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Wasserfallen Christian · Nationalrat · 2017-09-27

Wasserfallen Christian · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion · 2017-09-27

Wortprotokoll

Wir haben uns in der vorberatenden Kommission oft die Frage gestellt, ob solche Weltausstellungen noch zeitgemäss seien. Ich habe auch recherchiert und dabei festgestellt, dass sie es durchaus sind. Eine Wirtschaftsuniversität in Italien hat bei der Expo Mailand folgende Zahlen erhoben: 21 Millionen Besucher kamen an die Weltausstellung; nach Schätzungen resultierte in der Region Mailand ein direkter und indirekter Wertschöpfungszuwachs von rund 10 Milliarden Euro; es wurden rund um die Expo direkt oder indirekt etwa 61 000 Stellen geschaffen. Das zeigt doch, dass eine solche Weltausstellung durchaus einen wesentlichen Beitrag für die Entwicklung einer Region leisten kann.

Um diese Frage aber abschliessend zu beantworten, ist es auch wichtig zu sehen, was die Teilnehmerländer zu diesen Ausstellungen beitragen können, in diesem Fall ganz konkret die Schweiz: Die Schweiz will in den Vereinigten Arabischen Emiraten dabei sein - und nicht nur einfach dabei sein: Wir hatten dank Bundesrat Burkhalter die Möglichkeit, ein "Switzerland first" zu platzieren, indem wir als erstes Land unsere Teilnahme an der Weltausstellung in Dubai zugesagt haben. Dubai liegt in einer sehr dynamischen Region, in einer Region, wo Tourismus, aber auch Direktinvestitionen der Schweiz im Umfang von etwa 26 Milliarden Franken erfolgen. Das heisst, es ist eine sehr entscheidende Region, auch für unser Land - und nicht nur umgekehrt.

Ich darf an die Beispiele erinnern. Wir haben zum Beispiel auf dem Bürgenstock, aber auch hier in Bern, beim "Schweizerhof", berühmte Direktinvestitionen aus der arabischen Welt. Ohne diese Direktinvestitionen wären gerade in der Tourismusinfrastruktur, aber auch in anderen Bereichen der Wirtschaft unseres Landes einige Gebäude immer noch leerstehend oder gar nicht mehr zu gebrauchen. Die Schweiz hat mit den Vereinigten Arabischen Emiraten auch eine positive Handelsbilanz, die sich sehen lassen kann.

Wir möchten dann ebenfalls mit unseren Werten vor Ort punkten. Wenn die Schweiz und ihre Werte vor Ort definiert werden sollen, dann stellen wir fest, dass die Schweiz in dieser Region oftmals mit Fortschritt, Panorama, Alpen und Uhren in Verbindung gesetzt wird. Die Grundrichtung stimmt sicher, wir müssen sie aber noch verstärken, denn wichtig sind eben auch die Werte Demokratie, Rechtsstaat und Stabilität. Die Themen der Präsentation vor Ort, Digitalisierung, Maschinenindustrie und auch der Auftritt von Swissnex, zeigen, dass sich die Schweiz nicht einfach als Agrarstaat und Uhrenlieferant präsentieren will, mit Schokolade und Käse, sondern es geht eben auch um die Digitalisierung und um die Kernbranche der Schweiz, um die Maschinenindustrie. Als Maschineningenieur ist es mir ein besonderes Anliegen, dass man die Maschinenindustrie unseres Landes nicht vergisst, sondern sie eben auch aktiv im Ausland präsentiert, denn ohne Maschinen, ohne präzise Maschinen, gibt es in unserem Land zum Beispiel auch keine Uhren. Dort, wo der Herr Bundesrat wohnt, in Neuenburg, ist auch ein Standort der bekannten Uhrenindustrie. Aber diese Uhrenindustrie ist wesentlich davon abhängig, dass die Maschinenindustrie in der Schweiz auch hochpräzise gefertigte Bestandteile liefern kann. Ohne dieses Zusammenspiel wären wir nicht so erfolgreich, und genau diese Zusammenhänge wollen wir in Dubai zeigen.

Die FDP-Liberale Fraktion ist deshalb sehr erfreut über die Teilnahme der Schweiz an der Weltausstellung in Dubai. Wir sind dort ein "first mover". Wir wollen mit dem Pavillon mit dem Namen "Belles Vues" einen wiederum gelungenen Auftritt realisieren. Die Schweiz ist im "Chancen"-Teil der Expo Dubai angesiedelt. Dieser "Chancen"-Teil bietet auch uns die Chance, uns zu präsentieren.

Im Schweizer Pavillon in Mailand wurden etwa zwei Millionen Besucher empfangen. Aufgrund der geografischen Nähe waren wahrscheinlich eine Übermacht davon Schweizerinnen und Schweizer. Weil unser Pavillon so zentral liegt, ist in [PAGE 1595] Dubai sicher damit zu rechnen, dass eine ähnliche Anzahl von Leuten in unseren Pavillon kommt, diesmal aber von anderen Ländern, was sicher auch der Wert dieser Ausstellung ist. Deshalb ist die FDP-Liberale Fraktion gerne bereit, einen Verpflichtungskredit von 12,75 Millionen Franken zu sprechen, was deutlich unter der Höhe des Kredits für Mailand liegt.

Ich möchte noch einen Satz sagen zur Sicherheit in der Region: Die Sicherheit in der Region wird eine Herausforderung sein, erstens für die Akquirierung von Sponsoren, zweitens aber sicher auch für das Gelingen der Ausstellung vor Ort. Ich hoffe, dass auch der Bundesrat mit seinen Mitteln und seinen Antennen die Frage der Sicherheit in dieser Region entsprechend gut einordnen kann.

In diesem Sinne bitten wir Sie um Eintreten und um Zustimmung zum Entwurf.

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