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AB 220872

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2017-09-27

Wortprotokoll

Dass ich ein Verfechter der Berufsbildung bin, das brauche ich nicht speziell zu betonen. Dass unser System grösste Beachtung erlangt hat, das wissen wir zwischenzeitlich auch. Es war nicht ganz zufällig, dass der Weltbank-Präsident eine Herbsttagung abgeschlossen hat mit der Aussage: Es gibt zwei Länder mit offensichtlich guten Systemen, denn dort ist die Jugendarbeitslosigkeit am geringsten, und das sind Deutschland und die Schweiz.

Ich persönlich habe keine Angst, dass unser Rezept, unser Konzept, unser System einfach tel quel kopiert wird. Das ist auch deshalb nicht möglich, weil die Unternehmungen freiwillig mitgehen und die Unternehmungen dafür sorgen, dass die Jungen dort ausgebildet werden, wo sie der Markt erwartet. Das ist nicht ganz einfach umzusetzen.

Jetzt sind wir tatsächlich jede Woche mehrfach mit Gruppierungen beschäftigt, die zu uns kommen, die zu uns reisen, die in die Schweiz kommen, die das Berufsbildungssystem theoretisch vorgestellt und dann noch einen Einblick in die Praxis irgendeiner Schule haben wollen. Damit gelangen wir peu à peu an unsere Leistungsgrenze. Ich habe nicht im Sinn, ein Bundesamt für Koordination auf die Beine zu stellen, und Sie auch nicht.

Herr Ständerat Hêche, wir haben eine interdepartementale Koordinationsgruppe. Diese interdepartementale Koordinationsgruppe besteht aus Vertretern des SBFI, des Seco, der Deza, der Politischen Direktion des EDA, des SEM und des EHB. In diesem Gefäss kann man sehr wohl das erreichen, was Sie anstreben, nämlich Transparenz herstellen, den Überblick bekommen und dann koordinieren und dafür sorgen, dass wir es auch handhaben können, ohne dass wir uns in Kosten stürzen müssen.

So gesehen mache ich Ihnen beliebt, dass wir zumindest vorläufig mit dieser interdepartementalen Koordinationsgruppe weitergehen. Wenn sie dann mit der Zeit wirklich nicht tragen sollte, können wir immer noch darauf zurückkommen und ein besseres Gefäss finden. Aber wir haben so viele Koordinationsgruppen, wir haben so viele Protokolle, wir haben so viele Sitzungen intern. Wir sollten versuchen, all dies zu reduzieren. Hier sehe ich eine Möglichkeit. Ich sage Ihnen deutsch und deutlich: Es ist absolut wichtig, dass wir dieses Produkt den Interessierten vorstellen. Das gibt Goodwill, und mit dem Goodwill können wir dann unsere Beziehungen insgesamt mit den befreundeten Staaten wieder einen Schritt weiterentwickeln.

Ich bin also nicht gegen das Anliegen des Postulates; ich mache Ihnen nur beliebt, nicht ein neues Instrument einzuführen, sondern das bestehende zu benutzen.

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