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Luginbühl Werner · Ständerat · 2017-11-30

Luginbühl Werner · Ständerat · Bern · Fraktion BD · 2017-11-30

Wortprotokoll

Ich muss zuerst auf meine Interessenbindung hinweisen: Ich bin Präsident der Schweizer Wanderwege. Auf den ersten Blick könnte man vielleicht zum Schluss kommen, dass die Schweizer Wanderwege kein Interesse daran haben, dass der Veloverkehr auf die gleiche Ebene gehoben wird wie das Wanderwesen. Das trifft aber nicht zu. Wir haben nichts gegen eine Gleichstellung, im Gegenteil: Auch die Schweizer Wanderwege sind an einer Stärkung des Langsamverkehrs insgesamt interessiert. Im Bereich des Langsamverkehrs liegt noch ein beträchtliches Potenzial, das genutzt werden soll und das genutzt werden kann. Wenn ich das Entwicklungspotenzial insgesamt beurteile, denke ich, ist dieses im Bereich der Velowege noch deutlich grösser als im Bereich der Wanderwege, denn das Schweizer Wanderwegnetz, das aus 65 000 Kilometern besteht, ist weitestgehend gebaut, währenddem im Bereich der Velowege noch einiges zu tun ist.

Es ist sicher ein Privileg, dass die Fuss- und Wanderwege in unserem Land in der Verfassung festgehalten sind. Es gibt nicht manches Land, in dem das der Fall ist, und es ist auch auf den zweiten Blick nicht offensichtlich, warum das nur für die Fuss- und Wanderwege gelten soll, nicht aber für die Velowege.

Das ändert allerdings nichts daran, dass angesichts des E-Mountainbike-Booms die Konflikte zwischen Wanderern und Velofahrern zurzeit tendenziell zunehmen und wahrscheinlich in den nächsten Jahren weiter zunehmen werden. Diese Probleme muss man ernst nehmen, und dafür werden wir auch Lösungen finden müssen. Die einfachste wäre optimale gegenseitige Rücksichtnahme. Das wäre die einfachste Lösung, und dafür plädieren wir auch. Aber das ist im Alltag nicht mehr ganz so einfach.

Wenn sich sämtliche Kantone und auch die Dachorganisation der Gemeinden nun für diesen Gegenvorschlag aussprechen, dann liegt der Grund dafür vor allem darin, dass sich genau diese koordinierende und unterstützende Rolle des Bundes, wie er sie in den letzten Jahren im Bereich des Fuss- und Wanderwegwesens wahrgenommen hat, bewährt hat, auch aus Sicht der Kantone. Sonst könnte man mit Sicherheit nicht mit dieser geschlossenen Unterstützung rechnen.

Diese Aufgabenteilung und die relativ marginale, aber wichtige Kompetenz des Bundes, die koordinierend und unterstützend ist, haben sich also bewährt. Meiner Auffassung nach würde sich mit diesem Gegenvorschlag dasselbe im Bereich des Veloverkehrs einführen lassen. [GZ]

Ich bitte Sie, diesen Gegenvorschlag zu unterstützen.