Schneider Schüttel Ursula · Nationalrat · 2017-11-30
Schneider Schüttel Ursula · Nationalrat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion · 2017-11-30
Wortprotokoll
Mit meinen beiden Minderheitsanträgen im Bereich der Landwirtschaft schlage ich Ihnen vor, dem Entwurf des Bundesrates zu folgen, diesen zu unterstützen und einerseits die Beiträge für das landwirtschaftliche Beratungswesen und andererseits die Direktzahlungen in der Landwirtschaft nicht zu erhöhen.
Das Beratungswesen im Bereich der Landwirtschaft ist bereits gut ausgebaut. Die Beratungszentrale Agridea, die kantonalen oder die überregionalen Beratungsdienste leisten unbestrittenermassen gute Arbeit. Als Mitglied des Zentralvorstandes von Pro Natura schätze ich namentlich die Informationstätigkeit von Agridea. Es geht beispielsweise um Informationen über den Einsatz von Pestiziden oder über eine reduzierte Bodenbearbeitung. Das sind Themen, die nicht [PAGE 1844] erst jetzt aufgenommen werden, sondern die, z. B. gemäss Jahresbericht 2016, schon in früheren Jahren aufgenommen wurden.
Die Themen des Aktionsplanes bezüglich der Pestizide, des Aktionsplanes zur Biodiversität oder auch der Strategie zu den Antibiotika sind nicht neu, wie das in der Subkommission geltend gemacht wurde, auch wenn die Aktionspläne erst dieses Jahr verabschiedet wurden. Die Themen - nämlich nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen, mit dem Boden, mit dem Wasser oder mit der Umwelt generell, die das wesentliche Kapital der Landwirtschaft für die Produktion von Nahrungsmitteln darstellen - betreffen die Grundfragen, die sich eine Landwirtschaftsfamilie als Unternehmen stellen muss. Es gibt also keinen Grund, nur diesen Bereich von den Kürzungen auszunehmen, einzig weil es die Landwirtschaft betrifft.
Gleiches gilt für die Direktzahlungen. Wenn schon überall gespart werden soll, dann müssten Sie konsequent sein und auch hier sparen wollen. Die SP setzt sich für eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft ein. Statt die Direktzahlungen wieder auf den Stand des Voranschlages 2017 zu setzen, erachten wir es als sinnvoller, die Anreize für die Landwirtschaftsfamilien vermehrt dort zu setzen, wo sie aus eigener Leistung ein gutes Einkommen erreichen können. Die SP unterstützt die gerechte Abgeltung nachhaltig produzierter Lebensmittel über den Preis sowie ergänzende Entschädigungen für die gemeinwirtschaftlichen Leistungen mittels gezielter Direktzahlungen.
Ich bitte Sie deshalb, meine Minderheitsanträge zu unterstützen, also dem Entwurf des Bundesrates zuzustimmen, wie es der Ständerat ebenfalls getan hat.