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Amstutz Adrian · Nationalrat · 2017-12-15

Amstutz Adrian · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-12-15

Wortprotokoll

Wir haben hier ein Paradebeispiel dafür, wie man aus einer Mücke einen Elefanten macht und wie man mit einem von der Verwaltung erstellten Zahlenkonstrukt die Leute an der Nase herumführt. Wie absurd die ganze Geschichte ist, zeigt die Tatsache, dass es nicht um Umweltschutz geht. Man darf weiterhin schiessen. Es gibt einfach kein Geld, wenn man einmal sanieren muss. Das heisst, man weiss in der Verwaltung und auch in der Kommissionsmehrheit genau, dass man dann solche historischen Schiessen abmurkst. Denn diese können das Risiko gar nicht tragen, und die Kosten sind nicht Bagatellbeträge, sondern weit mehr. [PAGE 2182]

Es gibt eben Folgekosten. Wenn Sie für das Morgartenschiessen eine Sanierung vornehmen müssen, dann braucht es eine Baustrasse in unberührter Landschaft. Ist das die Absicht der Kommissionsmehrheit? Wenn Sie an der Grimsel in den Felswänden Kugelfänge montieren müssen, dann zeigen Sie mir, wie Sie das machen wollen. Es bräuchte einen Helikopter, oder wollen Sie diese Anlagen dort hinaufschleppen? Es ist einfach absurd, ich kann es Ihnen nicht anders sagen.

Die Veranstalter des Morgartenschiessens haben die Kosten berechnet: Die Kosten für die Sanierung der Kugelfänge betragen 600 000 Franken, jene für neue Kugelfänge 300 000 Franken - das macht 900 000 Franken. Die Beiträge des Bundes betragen heute 230 000 Franken, die Beiträge von Kantonsseite 170 000 Franken. Für den Veranstalter bleiben 500 000 Franken. Das ist absolut nicht tragbar. Ich bitte Sie schon, hier bei den Fakten zu bleiben.

Es geht um Feldschiessen und um historische Schiessen. Man sagt ja selber, es dürfe weiterhin geschossen werden. Das zeigt, dass da Äpfel mit Birnen verglichen werden. Offenbar stellen alle militärischen Schiessplätze im ganzen Land, wo man während Jahrzehnten in die Berge geschossen hat, kein Umweltproblem dar; sie müssen auch nicht saniert werden. Im Thunersee sind Hunderte Tonnen Munition versenkt worden; man hat geprüft, ob das ein Problem ist; man hat festgestellt, dass es kein Problem ist, wenn man sie nicht bewegt. Und jetzt reitet man auf einer Minderheit herum mit dem ganz klaren Ziel, die Traditionen der Schützen abzumurksen. Das wird von uns kritisiert. Ich bitte Sie deshalb, die parlamentarische Initiative nicht abzuschreiben.

Rütlischiessen, Morgartenschiessen, Zugschiessen, Vögelinseggschiessen, Schiessen in Appenzell Ausserrhoden, Murtenschiessen, Neueneggschiessen, Überfallschiessen - es gibt überall, in der ganzen Schweiz, Schiessen, die davon betroffen sind. Die Schützen haben auch ein Existenzrecht, nicht nur die Basler mit ihrer Fasnacht. Aus Umweltschutzgründen könnten wir in Zürich das Feuer beim Sechseläuten auch irgendwo in einer Kehrichtverbrennungsanlage machen, dann hätten wir auch keine Rauchbelastung.

Also, bleiben Sie doch bei der Verhältnismässigkeit, und geben Sie mir hier doch Ihre Stimme, damit die Schützen ihre Tradition weiterleben können!