Schmid Samuel · Bundesrat · 2002-06-11
Schmid Samuel · Bundesrat · Bern · 2002-06-11
Wortprotokoll
Ich bitte Sie, den Antrag Ménétrey-Savary abzulehnen. Gestatten Sie mir vorweg eine Bemerkung: Ich weise mit Entschiedenheit zurück, dass unsere Jungschützen in den Kursen mit Kindersoldaten verglichen werden. Das hat nicht das Geringste miteinander zu tun.
Ich bitte den Rat anzuerkennen, dass Schiessen auch ein Sport ist und dass Schiessen, insbesondere dann, wenn es verantwortungsbewusst vermittelt wird - und die Jungschützenleiter und Schützenmeister, die hier im Einsatz stehen, sind entsprechend ausgebildet -, diesen "Waffennarren" eigentlich nicht entgegenkommt. Die Schützenmeister sind im Übrigen angewiesen, Leuten, denen die Waffe nicht anvertraut werden kann, auch keine zu übergeben. Im Übrigen wird durch einen solchen Kurs der Hang, ein "Waffennarr" zu werden, nicht gefördert. Im Gegenteil, die verantwortungsbewusste Handhabung der Waffe soll geschult werden, und das wird auch gemacht; die Leute werden entsprechend ausgebildet. So viel zu den Jungschützenkursen, die in Bezug auf die sportliche Tätigkeit, die auch in Bezug auf die militärische Vorbildung, die aber auch in Bezug auf die kameradschaftlichen Erlebnisse in diesen Kursen in diesem Alter durchaus positive Effekte haben. Mir sind eine Reihe von Jungschützenkursen bekannt, in denen mit diesen Leuten zusätzlich Bergwanderungen gemacht werden. Man führt sie zu gemeinsamen Erlebnissen, die durchaus Sinn machen und ergänzend zu der eigentlichen sportlichen Tätigkeit stehen.
Ein Zweites: Der Antrag geht weit über die Jungschützenkurse hinaus. Es würden ebenfalls Kurse in Bezug auf Tambouren, in Bezug auf Pontoniere, in Bezug auf Funker, in Bezug auf die fliegerische Vorschulung, in Bezug auf [PAGE 843] Fallschirmaufklärer verunmöglicht. Das sind alles freiwillige Tätigkeiten, in denen sich interessierte junge Frauen und Männer ausbilden lassen können, um dann zu entscheiden, ob sie später in diesem Bereich weiter sportlich tätig sein wollen oder ob sie sich allenfalls entsprechend militärisch einteilen lassen wollen.
Um die Frage aufzunehmen: Die Aussage, dass über diese Kurse Skinheads oder - Entschuldigung! - "Militärverrückte" noch gefährlicher gemacht würden, darf ich insoweit deutlich zurückweisen, als die Leute gerade gezwungen und auch entsprechend ausgebildet werden, mit diesen Waffen oder diesen Fähigkeiten verantwortungsbewusst umzugehen. Es handelt sich also um freiwillige militärische Vorkurse in verschiedensten Bereichen. Aber es handelt sich insbesondere um eine sinnvolle Jugendtätigkeit und Jugendausbildung, die neben den anderen sportlichen Tätigkeiten Sinn macht und auch entsprechend zu unterstützen ist.
Ich bitte Sie deshalb, den Antrag Ménétry-Savary abzulehnen.