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Girod Bastien · Nationalrat · 2018-03-01

Girod Bastien · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2018-03-01

Wortprotokoll

Fietsen is goed voor de gezondheid en het milieu, maar terwijl in Nederland 36 percent van de bevolking regelmatig fietst, zijn het in Zwitserland slechts 8 percent.

Ich war oft in Holland, habe sogar während meiner Zeit im Nationalrat ein Jahr in Holland verbracht. Ich habe gependelt, dort gearbeitet, dort geforscht. Ich konnte nicht nur etwas Holländisch lernen, sondern ich konnte auch mit eigenen Augen sehen, was eine gute Veloinfrastruktur ausmacht.

In Holland, Herr Hurter, sind alle - Jung und Alt, Geschäftsleute, Geschäftsfrauen - mit dem Velo unterwegs. Das sieht man jeden Tag, bei jedem Wetter. Sogar bei einem Wetter, wie wir es heute haben, würden Sie in Holland viele Leute sehen, die mit dem Velo unterwegs sind. Denn wenn man einen eigenen Veloweg hat, wird der Veloweg bei Schneefall nicht einfach mit dem geräumten Schnee zugeschüttet, sondern bleibt frei, und man sieht darauf immer noch sehr viele Leute. Die Infrastruktur macht viel aus.

Aber auch in Holland war die Infrastruktur nicht einfach gottgegeben. In den Siebzigerjahren war der Anteil des Velos am Verkehr in Holland auf einem Tiefpunkt. Dann hat man realisiert, dass man etwas machen muss. Man hat begonnen, systematisch die Veloinfrastruktur auszubauen, und nur dank dieser Initiative ist heute der Veloanteil in Holland so hoch.

Die Schweiz hat bei der Veloförderung zu lange am Konzept des Mischverkehrs festgehalten. Das hat auch damit zu tun, dass Velopolitik oft von jungen, fitten Velofahrern gemacht wurde, die sich im Mischverkehr neben den Autos wohlfühlten und auch die Strasse etwas verteidigen wollten. Doch wenn wir mehr Leuten ermöglichen wollen, mit dem Velo zur Arbeit zu fahren, zur Schule zu fahren, einkaufen zu fahren, dann brauchen wir bequeme, sichere, durchgehende Velowege. Dann reicht es nicht, einen gelb markierten Streifen zu haben. Viele Leute fühlen sich darauf immer noch nicht sicher. Es braucht richtige Velowege, am besten richtig baulich abgetrennt, wie man das eben in Holland auch hat.

Hier stellen sowohl Initiative wie auch Gegenvorschlag einen Paradigmenwechsel dar. Explizit werden Velowege aufgenommen. Wie bei den Wanderwegen ist die Idee eines Weges, dass er durchgehend ist. So wie man auch einen Wanderer in den Bergen nicht plötzlich sich selbst überlassen kann, so sollte man eben auch die Velofahrer nicht an der Kreuzung, also dort, wo es am wichtigsten ist, sich selber überlassen. Sondern es braucht eben durchgehend sichere Velowege.

Ich komme noch zu gewissen Einwänden, die man nun auch hier gehört hat: Beim Vergleich mit Holland kommt oft das Argument mit dem Platz. Aber schauen Sie sich mal Amsterdam an, Utrecht, Alkmaar - auch das sind historische Städte oder Städtlein, in welchen die Platzverhältnisse eng sind, und trotzdem hat man es geschafft, dort durchgehende, sichere Velowege zu machen. Ein anderer Einwand bei Holland sind natürlich die Berge. Holland hat keine Berge, das ist unbestritten. Aber in der Schweiz sind die Berge geschmolzen - sie sind geschmolzen wegen der Technologie. Mit der heutigen Elektromobilität kann jedes Grosi jeden "Hoger" hochfahren. Das Einzige, was uns noch im Weg steht, wenn es darum geht, ein Veloland zu werden, ist die Veloinfrastruktur. Die Berge stehen hier nicht im Weg, sie wurden von der Technologie aus dem Weg geräumt.

Wir haben heute Morgen von Herrn Hurter auch das Argument gehört, Velofahrer sollten sich doch mehr an Verkehrsregeln halten. Ich habe vor ein paar Wochen einen Velofahrer getroffen, der selber beruflich als Polizist arbeitet. Er hat mir gesagt, dass er die Verkehrsregeln nicht immer einhalte, wenn er mit dem Velo unterwegs sei, weil es zum Teil einfach gefährlicher sei, die Verkehrsregeln zu befolgen, und weil es zum Teil Riesenumwege bedeute. In Holland befolgen alle die Verkehrsregeln. Das hat eben auch mit der Infrastruktur zu tun. Wenn man eine ausgebaute, sichere, durchgehende Veloinfrastruktur hat, dann ist es für die Velofahrer auch viel selbstverständlicher, dass sie diese benutzen. Aber heute, wo man einmal alleingelassen wird, einmal mit den Fussgängern und einmal mit den Autofahrern vermischt wird, ist es eben auch für die Velofahrer schwierig, eine rote Linie zu erkennen, die sie dann befolgen sollen.

Kurz: Es braucht die Initiative. Wir von den Grünen unterstützen die Initiative. Wir unterstützen aber auch den Gegenvorschlag; auch er macht diesen Wechsel hin zu Velowegen, auch er hilft, der Sache einen Ruck zu geben. Deshalb schliesse ich, wie ich begonnen habe: Stemt u daarom alstublieft voor de fiets promotie. Ondersteunt u het "Velo-Initiative". Dank u wel!