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Glättli Balthasar · Nationalrat · 2018-03-01

Glättli Balthasar · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2018-03-01

Wortprotokoll

Ich habe gut zugehört. Das hat mir gefallen: Le vélo, c'est bon pour la santé. Das ist etwas, was man immer wieder gehört hat. Es ist durchaus aus Eigennutz, dass man sich mehr fürs Velo einsetzen möchte. Dieses Herz fürs Velo und für das Velofahren, das ich durchaus auch über die Parteigrenzen hinweg spüre, freut mich. Ich möchte aber sagen: Manchmal ist es ja so, dass man ein wenig verliebt in etwas ist, sich dann aber trotzdem nicht so verhält, dass man ihm das nötige Gewicht gibt. Ich habe das Gefühl, das ist beim Velo ein wenig der Fall.

Alle sind Velofans - okay, Mauro Tuena, fast alle -, aber wenn es dann wirklich darum geht, dass man die nötige Infrastruktur dafür schafft, dass das Velofahren nicht nur eine Sache [PAGE 134] des Vergnügens, sondern eine Selbstverständlichkeit im Alltag ist, dann liegt es eher etwas im Argen, gerade in den Städten. Ich hoffe, dass auch der Gegenvorschlag, der ja etwas weniger verbindlich ist, am Schluss dazu führt, dass man nicht nur Lippenbekenntnisse macht, sondern wirklich Nägel mit Köpfen. Ich selbst und wir Grünen hätten lieber die Initiative gesehen. Wir kämpfen weiterhin für die Initiative, solange sie noch im Spiel ist.

Es geht aber nicht nur ums Herz, es geht nicht nur um die eigene Gesundheit, sondern um mehr: Es geht um die grundlegende Frage dieses Jahrhunderts, um die Klimafrage. Der Verkehr ist, das wissen Sie, in der Schweiz einer der grössten Energieverbraucher. Wir finden hier immer wieder Kompromisse, wenn es um den Gebäudebereich geht. Beim Verkehr sind wir weniger gut unterwegs. Der Verkehr benötigt einen Drittel der Endenergie - Tendenz steigend -, bei den CO2-Emissionen ist es gar, wenn man den Flugverkehr einrechnet, die Hälfte.

Jetzt kann man sagen, okay, den Flugverkehr können wir nicht mit dem Velo ersetzen. Das wäre wohl illusorisch, auch wenn Veloferien in der Schweiz vielleicht eine Alternative zu irgendeinem Städteflug sein könnten. Das muss man aber selbst entscheiden, das können wir nicht mit dieser Initiative ändern. Wenn wir aber schauen, wo das Auto tatsächlich gebraucht wird, müssen wir sagen, die Hälfte der Fahrten mit PW ist kürzer als fünf Kilometer. Das sind Angaben aus Statistiken des Bundes. Zusätzlich muss man auch sagen, dass der Katalysator, wenn man so kurze Fahrten macht, noch weniger wirkt. Das heisst, es fällt dann in der Phase des Warmlaufens des Motors tatsächlich die grösste Belastung bezüglich CO2, aber auch bezüglich Kohlenwasserstoffe und NOx an.

Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass doch diese Fünf-Kilometer-Fahrten diejenigen sind, die man am ehesten auch durch sanfte Mobilität ersetzen könnte. Deshalb, und auch wenn wir mit dem Klimaschutz ernst machen wollen, müssen wir auf die sanfte Mobilität setzen, und zwar idealerweise mit verbindlichen Massnahmen, nicht nur mit Liebeserklärungen.

So kann ich schliessen: Le vélo n'est pas seulement bon pour la santé individuelle, mais aussi pour celle de notre planète.