Tuena Mauro · Nationalrat · 2018-03-01
Tuena Mauro · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2018-03-01
Wortprotokoll
Ich oute mich hier in diesem Saal: Ich bin Automobilist, und ich kann Ihnen sagen, im Gegensatz zu Kollegin Munz, die vorhin gesprochen hat, wohne ich nicht in [PAGE 138] einem kleinen Schaffhauser Dörfchen namens Hallau, sondern in der Stadt Zürich, und das seit 46 Jahren. Das bedeutet, glauben Sie mir, dass ich sagen kann, was es heisst, mit verschiedenen Verkehrsmitteln in der grössten Schweizer Stadt unterwegs zu sein.
Seit etwa fünfzehn Jahren höre ich nur immer das Wort "Velo". Es wird eine Nur-Velo-Politik praktiziert. Ich lade Frau Munz ein, einmal nach Zürich zu kommen und mit mir mit dem Auto ein paar Stunden in Zürich herumzufahren und dabei zu sehen, wie sich Velofahrer effektiv im Verkehr verhalten: Sie kennen keine Rotlichter, sie kennen keine Fahrverbote. Fussgänger existieren für die meisten Velofahrerinnen und Velofahrer nicht. Viele oder ein Grossteil von ihnen, das kann ich hier sagen, sind eigentliche Strassenrowdys.
Ich verfolge eigentlich eine Politik des Nebeneinanders: Fussgänger, öffentlicher Verkehr, motorisierter Individualverkehr und Veloverkehr. Diese Politik fand aber in den letzten Jahren nicht mehr statt. Man spricht nur von Velos, Velos, Velos. Man will dort Velowege bauen, wo es aus technischen Gründen nicht geht. In Grossstädten wie Zürich, Bern, Basel oder Genf sind die Platzverhältnisse eng. Es kann doch nicht sein, dass ganze Häusergruppen abgerissen werden müssen, weil Velowege installiert werden sollen. Was sicher auch nicht geht, ist das, was in Zürich faktisch praktiziert wird, nämlich dass Strassenabschnitte und reihenweise Parkplätze abgebaut und ganze Fahrspuren zum Verschwinden gebracht werden, damit ein Veloweg, den schliesslich niemand braucht, installiert werden kann.
Es wird in den Gemeinden und in den Kantonen sehr, sehr viel für das Velo getan, das ist eine Tatsache - aus meiner Sicht doch etwas zu viel. Dass sich jetzt hier der Bund ebenfalls noch in die Problematik einmischen und teure Verwaltungsstellen dafür schaffen soll, dafür habe ich kein Verständnis.
Ich bitte Sie, die Velo-Initiative zur Ablehnung zu empfehlen und den Gegenvorschlag abzulehnen.