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Galladé Chantal · Nationalrat · 2018-03-13

Galladé Chantal · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2018-03-13

Wortprotokoll

Ich möchte Ihnen beliebt machen, einen alten Zopf abzuschneiden. Es geht um die Abschaffung des obligatorischen Schiessens. Wenn wir die Armee auf die heutige oder die künftige Sicherheitslage ausrichten wollen, wenn wir sinnvolle Verteidigungsmechanismen aufbauen und üben wollen, dann ist das obligatorische Schiessen für alle nicht das geeignete Instrument. Es ist ein alter Zopf, der vor allem noch der Subventionierung - ja, es ist eine Subventionierung, eine Subventionierung der Schiessvereine - dient. Deshalb ist die Lobby auch so stark, deshalb wird die Abschaffung auch so vehement bekämpft: weil es sich um für die Schiessvereine angenehme Subventionen handelt. Es gibt aber keine sicherheitsrelevanten Gründe mehr, dieses obligatorische Schiessen, das doch für alle mit einem Aufwand verbunden ist, so durchzuführen. Man kann dies innerhalb der WK machen und braucht es nicht auszulagern.

Es ist auch so - das können Sie bei Ihren Kantonspolizeien nachfragen -, dass immer wieder Meldungen von besorgten Bürgerinnen und Bürgern eingehen, wenn sie jemanden mit einer Schusswaffe sehen, der zu seinem obligatorischen Schiessen geht. In Zürich hat das kürzlich einmal zu einer grösseren Übung geführt, weil jemand gemeint hat, es handle sich um einen Terroristen.

Ich bitte Sie, dieses Instrument, das in einer modernen Armee so nichts mehr verloren hat, abzuschaffen, damit wir die Möglichkeit haben, die Zeit für Sinnvolleres zu nutzen.