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Weyeneth Hermann · Nationalrat · 2002-06-19

Weyeneth Hermann · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-06-19

Wortprotokoll

Der Bau neuer Stadien ist Voraussetzung dafür, dass diese Europameisterschaftsspiele in unserem Land und in Österreich überhaupt stattfinden können. In den Vorlagen, die wir zum Bau dieser Stadien verabschiedet haben - in dem Punkt gebe ich Ihnen durchaus Recht -, war in der Botschaft des Bundesrates die Anforderung, dass diese Anlagen mit umweltfreundlicher Energie betrieben werden sollen. Das war in der Nasak-Vorlage drin. Es war nicht eine Vorschrift, aber es war eine Empfehlung.

Ich bin Präsident des Verbandes bernischer Waldbesitzer und infolgedessen von meiner Seite her interessiert. Sie haben mit dem Budget für das Jahr 2002 die Mittel für die Förderung der Alternativenergien - im Bundesamt für Energie - um vier Millionen Franken angehoben. Diese Gelder stehen zur Verfügung. Es geht heute darum, ob wir im Rahmen dieser Vorlage die in der Wintersession gesprochenen Mittel für eine bestimmte Verwendungsart und einen bestimmten Verwendungszweck festlegen wollen.

Die Idee, für diese Grossbauprojekte Alternativenergien einzusetzen, kommt aus folgendem Grund: Was nützt es denn, wenn Sie in Eggiwil zusammen mit der Gemeindeverwaltung im Schulhaus eine Holzfeuerungsanlage einbauen? Hier arbeiten Sie in der Grössenordnung eines Werks, das im Betrieb zu konkurrenzfähigen Preisen Wärme und elektrischen Strom erzeugen kann.

Es gibt eine optimale Grösse, und diese Grösse ist hier gegeben. Wenn wir also festlegen, hier diese Heizungsarten einzubauen, und dazu noch betrachten, dass im Umfeld dieser Stadien wohnungsintensive Überbauungen stehen, die bei einer Erneuerung der Heizungsanlage früher oder später angeschlossen werden können - wenn wir in Betracht ziehen, dass wir in unmittelbarer Nähe der Stadien einen Anschluss des öffentlichen Verkehrs haben, den Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln erbringen können, dann halte ich dafür, diesen Antrag hier in diesem Fall einzubauen - trotz des Vorwurfes, er sei artfremd und er sei nicht sachgerecht. Ich kann keine Motion mehr einreichen, denn sie würde zu einem Zeitpunkt behandelt, in dem die Eröffnungsfeierlichkeiten in den Stadien schon stattgefunden hätten.

Herr Bundesrat Schmid sagt, es sei nicht sachgerecht, es sei eine Frage der Baubewilligung. Der Einbau von Solarzellen zur solaren Nutzung der Dachflächen war auch nicht Bestandteil der Baubewilligung, auch die muss nachgeholt werden. Ich halte dafür, dass wir das bei diesen Grossobjekten machen. Ich weiss es: Es gibt Leute, die anerkennen die Energiebedarfsdeckung durch Holz, es gibt andere, die interessieren sich nicht dafür. Es hat keinen Sinn, hier weiter Ihre Zeit zu beanspruchen; es nützt auch nichts, wenn man es wiederholt.

Aber eine Zahl möchte ich doch erwähnen: Ich erinnere daran, dass Herr Bundesrat Leuenberger erst gestern erneut darauf hingewiesen hat, dass die CO2-Abgabe unumgänglich sein werde. Wenn Sie eines dieser Stadien mit Holzfeuereinrichtung ausrüsten, sparen Sie 6,5 Millionen Kilogramm CO2. Weiter will ich auf die Problematik in dieser Sache nicht eingehen. Sie können selbst erahnen, ob das Projekte sind, die dieser Überprüfung standhalten.

Die finanziellen Mittel sind im Budget des Bundesamtes für Energie eingestellt, der Antrag wurde von den Juristen des Bundesamtes für Energie überprüft. Er ist rechtlich einwandfrei, er ist nicht artfremd, das ist die Voraussetzung dafür. Die Mittel haben Sie letztes Jahr bei der Budgetberatung bereitgestellt. Ich erinnere Sie einfach daran, dass wir dort solche Heizungsanlagen einrichten sollten, wo es tatsächlich zu einer qualitativen Verbesserung der Anlage und zu einer wirtschaftlichen Verwendung des Holzes führt.

Ich bitte Sie deshalb - trotz der Holprigkeit des Antrages -, diesem zuzustimmen. Es ist jetzt der Moment, wo man das [PAGE 1049] noch festlegen kann. Ein anderer Weg bleibt mir nicht übrig, da ich davon ausgegangen bin, dass das in den Baugesuchen geprüft werden wird, wenn es schon in der Vorlage heisst, es seien umweltfreundliche Stadien zu errichten.