Jossen Peter · Nationalrat · 2002-06-20
Jossen Peter · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion · 2002-06-20
Wortprotokoll
Auch ich bitte Sie, den beiden Initiativen - "Strom ohne Atom" und "Moratori um plus" - zuzustimmen. Ich möchte, auch wenn ich akustisch ein bisschen Probleme habe, dem Argumentationskatalog noch ein Argument hinzufügen, und zwar ein regionalpolitisches und ein ökonomisches.
Seit einigen Jahren hat sich in den Rand- und Berggebieten die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Standortkantone für Wasserkraftwerke und die Atomkraftwerkgegner im gleichen Boot sitzen. Das war nicht immer so, das gehört aber heute sozusagen zum sicheren Wissen der Menschheit. Wir wissen, dass die Dinge einfach sind: Je weniger Atomstrom, je weniger Abhängigkeit, desto höher der Stellenwert der Spitzenenergie aus der Wasserkraft. Je weniger AKW in den Zentren stehen, desto eher wird in die Energieeffizienz investiert - sie wird überall im Lande, also auch in den Randregionen und nicht bloss in den Zentren, beschäftigungswirksam -, und desto höher ist dieser Investitionsanteil. Wir haben in unseren Gegenden beispielsweise Traumvoraussetzungen für die Solarenergie, wir sind auch prädestiniert für die Energieeffizienz. Wir haben kleine [PAGE 1071] Bauunternehmungen, wir haben einen grossen Nachholbedarf bei den Gebäudesanierungen. Deshalb sind wir der Auffassung, dass in diesem Gebiet die beiden alten Postulate, nämlich Arbeit und Umwelt, verbunden werden können.
Genau aus diesem Grund brauchen wir die Unterstützung einer Energiepolitik, die aus dem gefährlichen Atomstrom aussteigen will. Genau deshalb brauchen wir die Unterstützung für diese beiden Initiativen.