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Pardini Corrado · Nationalrat · 2018-09-11

Pardini Corrado · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2018-09-11

Wortprotokoll

Es geht bei diesem Geschäft über die Manipulation von Sportwettbewerben um ein Übereinkommen des Europarates, das wir heute genehmigen wollen.

Ihre Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur hat mit 23 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen entschieden, den vorliegenden Entwurf, wie es der Bundesrat verlangt, anzunehmen, und unterstützt die Ratifizierung. Der Bundesrat will die internationale Zusammenarbeit gegen Manipulation im Zusammenhang mit Sportwettbewerben verstärken. Die Schweiz soll deshalb das Übereinkommen des Europarates gegen die Manipulation von Sportwettbewerben, das den Namen Magglinger Konvention trägt, ratifizieren.

Korruption und Wettkampfmanipulationen sind Gift für den Sport, Gift für den fairen Wettbewerb. Mit dieser Konvention können wir zumindest versuchen, einem milliardenschweren Geschäft das Handwerk zu legen. Es ist bekannt, dass viele Sportanlässe leider durch Manipulationen verfälscht sind, sei es direkt aufgrund der Wettkampfteilnehmerinnen oder -teilnehmer, sei es aufgrund der Schiedsrichter oder Richter. So verkommt der Sport zu Anlässen, die für das Publikum nicht mehr attraktiv sind. Darum hat der Europarat eine rechtsverbindliche Konvention ausgearbeitet, die am 18. September 2014 an der 13. Sportministerkonferenz des Europarates, wie eben gesagt in Magglingen, zur Unterzeichnung aufgelegt worden ist. Diese Konvention tritt in Kraft, sobald fünf Staaten sie ratifizieren. Bis heute wurde die Konvention von Norwegen, Portugal und der Ukraine ratifiziert. Insgesamt 29 weitere Staaten haben sie unterzeichnet.

Mit einer Ratifikation durch die Schweiz machen wir einen grossen Schritt, damit diese Konvention die Verbindlichkeit erhält, die sie verdient. Den Teil des Prozesses, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen anbelangt, haben wir in diesem Parlament vor einigen Wochen mit dem erfolgreichen Gesetzgebungsprozess im Rahmen des Geldspielgesetzes bereits umgesetzt. Im Zusammenhang mit der Beratung des Geldspielgesetzes sind bereits Strafbestimmungen geschaffen worden, die einen Teilbereich dieser Konvention abdecken. Wir wissen, dass das Geldspielgesetz vom Volk grossmehrheitlich angenommen worden ist. Mit dieser Annahme durch das Volk ist auch der Teil des Geldspielgesetzes angenommen worden, der sich auf die Strafnormen bei illegalen Sportwetten bezieht.

Die Kommission möchte einen fairen Wettbewerb. Die Kommission möchte, dass Sport Sport bleibt und nicht durch milliardenschwere Korruption und Manipulation seinen Wert verliert. Stimmen wir dieser Konvention zu, ratifizieren wir sie, und tun wir damit dem Sport und all den sportbegeisterten Jugendlichen und älteren Menschen den Dienst, dass wir den Sport noch Sport nennen können. Es geht um ein illegales Handwerk, das international und milliardenschwer ist. Wenn wir dem nicht zuvorkommen, wenn die Politik nicht handelt, verkommt der Sport eigentlich zu einem illegalen Geschäft, das nur noch in Hinterhäusern, in Kellern abgewickelt wird. Sie wissen, es ist ein internationales Drecksgeschäft, das vor allem in Asien weit verbreitet ist. Aber leider ist auch Europa nicht verschont geblieben. Wichtige Sportanlässe werden immer wieder von Manipulationen überschattet. Die Manipulation über Sportwetten ist für den Sport ähnlich schädlich wie Doping; sie geschieht im Unterschied dazu via den Geldfluss. Dem wollen wir mit der Ratifikation dieser Magglinger Konvention das Handwerk legen.

Ihre Kommission empfiehlt Ihnen sehr deutlich, nämlich mit 23 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen, dem Entwurf des Bundesrates zuzustimmen.