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Leuthard Doris · Bundesrat · 2018-09-27

Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2018-09-27

Wortprotokoll

Liestal ist selbstverständlich ein kleiner, mittelstädtischer Ort mit Zentrumsfunktion. Entsprechend haben wir keine Differenz, dass er mit dem öffentlichen Verkehr auch an die übergeordneten Netze gut angebunden sein muss. Das heisst aber nicht, dass man immer Anspruch darauf hat, dass es eine Direktverbindung gibt. Es ist halt so, dass es in Richtung Innerschweiz auch Umsteigeverbindungen hat. Wir halten daran fest, dass die Fernverkehrszüge auf den Strecken Basel-Bern und Basel-Zürich Liestal unverändert bedienen werden. Auf dem untergeordneten Netz wird mit dem Ausbau des Bahnhofs Liestal der S-Bahn-Verkehr sogar gestärkt. Sie werden zwischen Basel und Liestal statt des Halbstundentakts mit Vollendung des Ausbaus des Bahnhofs Liestal sogar einen 15-Minuten-Takt haben. Meine Region mit 100[NB]000 Einwohnern im Kerngebiet wäre froh, nur schon den Halbstundentakt umgesetzt zu haben. Man muss hier immer wieder ein bisschen einordnen, wo wir stehen.

Beim Fernverkehr ist Geschwindigkeit wichtig. Die Verbindungen zwischen den Städten müssen schnell sein. Deshalb können wir nicht überall noch Haltestellen einbinden.

Was wir aktuell investieren, Sie haben es selber gesagt: Mit dem Ausbauschritt 2025 und im Rahmen des ZEB gibt es heute den Vierspurausbau, das Wendegleis, störungsfreiere Fernverkehrsverbindungen Richtung Olten; Olten wäre der Umsteigepunkt in die Innerschweiz und Richtung Basel. Das sind gewaltige Investitionen, die die Region bekommt, und somit sehr grosse Verbesserungen.

Wir haben schon vorhin darüber gesprochen: Ist Umsteigen wirklich etwas, was heute des Teufels ist? Wenn Sie die Meinung haben, dass man nie mehr umsteigen müssen sollte, dann wird unser ganzes Netz so nicht funktionieren, denn dann kappen Sie zum Teil eben gerade auch Verbindungen aus Agglomerationen in eine Kernstadt, in ein Zentrum. Sie diminuieren die Funktion des Fernverkehrs, und gleichzeitig schwächen Sie das darunterliegende Netz.

Wir haben ja gerade jetzt mit den Planungsregionen alle Aspekte eines miteinander gedachten Verkehrsnetzes im Hinblick auf den Ausbauschritt 2035 angeschaut. Man will wegkommen vom Liniendenken und von einem Netzgedanken ausgehen, sodass die Menschen so bedient werden, dass eben auch diese Umsteigepunkte miteinander koordiniert sind, sodass keine langen Wartezeiten entstehen.

Ich glaube, unser hervorragendes Netz mit den massiven Investitionen, die wir vorhaben - Sie werden im Oktober vom nächsten Ausbauschritt hören -, sichert es, dass gerade die Zentrumsstädte, ob klein, mittel oder gross, sehr gute Anbindungen bekommen. Das erachten wir auch im Fall Liestal als gegeben.