Glarner Andreas · Nationalrat · 2019-06-05
Glarner Andreas · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-06-05
Wortprotokoll
Unsere Ratspräsidentin möchte die Sitzung vom 14. Juni von 11.00 Uhr bis 11.15 Uhr unterbrechen, und dies wegen des Frauenstreiks. Ich stelle den Ordnungsantrag, die Sitzung während des Frauenstreiks nicht zu unterbrechen.
Zur Begründung: Der Frauenstreik ist eine rein private Angelegenheit mehrheitlich linker und linksradikaler Gruppierungen, welche sich auch von ausgeübter Gewalt nicht distanzieren, wie beispielsweise am vergangenen 27. Mai in Zürich, als Teilnehmer eines Vortrages unter dem Titel "Frauenstreik" am Betreten des Versammlungslokals gehindert wurden.
Was für ein Unwort: "Frauenstreik"! Welche normale Frau, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen, will denn streiken? Und wenn ja, wofür? Den Schweizer Frauen geht es doch gut, und bis auf ein paar versprengte Linke und Grüne fühlen sich auch die meisten Frauen in unserer Gesellschaft wohl und aufgehoben.
Aber wofür würde es sich denn lohnen zu streiken? Für die Rechte der Inderinnen, die Steine schleppen müssen, wie ich es unlängst sah? Für die Rechte der Frauen, welche seltene Erden für die Elektroautoträume der links-grünen Träumer fördern müssen? Für die Rechte der ausgebeuteten Frauen?
Vielleicht würde es sich sogar lohnen, für die Frauen zu streiken, welche in diesem Land zwangsverheiratet werden - ja, das wäre lohnenswert! Oder für Frauen, welche Genitalverstümmelung erfahren müssen, oder für Frauen, die in unserem Land zum Tragen von Kopftüchern und Burkas gezwungen werden: Ja, für diese würde es sich tatsächlich lohnen. Aber nein, man - Entschuldigung: frau - streikt für Frauen, die das gar nicht wollen! Man erweist mit diesem Streik den normalen, anständigen Frauen einen Bärendienst - ja! -, denn die absolute Mehrheit der Frauen will diesen Streik gar nicht: Sie erkämpft sich ihre Rechte einfach durch ihr Sein, durch ihre Tatkraft und, ja, durch ihre Erscheinung.
Somit ist dieser Frauenstreik eben auch eine rein private Wahlveranstaltung einiger frustrierter, zu kurz gekommener Frauen. Die anderen Frauen werden an diesem Tag ganz normal arbeiten und - entschuldigen Sie den Ausdruck! - ihren Mann stehen. Deshalb ist es auch nicht zulässig, für diesen Anlass die Ratssitzung zu unterbrechen. Das wäre ja noch schöner, hier drin im Saal die Arbeit niederzulegen! Wenn die im Rat tätigen Frauen tatsächlich streiken wollen, so können sie, wie ihre mehrheitlich linken Geschlechtsgenossinnen, einen freien Tag einziehen und dann gebührlich mit den streikenden Frauen mitstreiken.
Ich bitte Sie höflich, meinen Ordnungsantrag zu unterstützen.