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Zanetti Roberto · Ständerat · 2019-06-17

Zanetti Roberto · Ständerat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2019-06-17

Wortprotokoll

Der Vorstoss beauftragt den Bundesrat, eine Studie zum Thema Stress zu machen, also ein Stressmonitoring. In welcher Form das passieren soll, dazu steht nichts im Vorstoss; das überlasse ich gerne der Fantasie der zuständigen Behörde.

Wir haben ein paar Gemeinsamkeiten, Herr Bundesrat. Wir sind uns einig, dass Stress am Arbeitsplatz ein riesiges Problem ist. Es gibt Schätzungen, die von 10 Milliarden Franken volkswirtschaftlichem Schaden sprechen, also Produktionsausfälle und Gesundheitskosten, die anfallen. Wir sind uns ebenfalls einig, dass das Seco als Oberaufsichtsbehörde in Sachen Vollzug des Arbeitsgesetzes über entsprechende Informationen im Zusammenhang mit Stress am Arbeitsplatz verfügen und die Entwicklungstendenzen beobachten muss. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass das Seco als Kompetenzzentrum in dieser Frage regelmässig nationale und internationale Erhebungen durchführt, und ich habe ebenfalls zur Kenntnis genommen, dass es das mit einer Vielzahl von Partnerinnen und Partnern und mit verschiedenen Monitoring-Instrumenten macht.

Meine Forderung wäre eigentlich bloss, dass Sie die Gesamtheit dieser verfügbaren und bereits bestehenden Daten einigermassen kundenfreundlich und strukturiert aufbereiten und der Öffentlichkeit zur Kenntnis bringen würden. Dann wäre für mich das Postulat bereits erfüllt.

Gelegentlich spricht man von Metaanalysen oder Metastudien, wenn man verschiedene Studien zusammenfasst. So gesehen, wäre das ein "Metamonitoring". Das wäre quasi die Brücke, damit Sie zu diesem Postulat trotzdem Ja sagen könnten. Sie müssen nicht neue Forschungen und Umfragen [PAGE 456] machen, sondern die aktuellen Zahlen ein bisschen kundenfreundlich aufbereiten. Sollten Sie sagen, nein, davon möchten Sie sich nicht stressen lassen, und Sie möchten darauf verzichten, das zu machen, dann könnte ich schlaumeierisch sein und sagen: Ja, dann packe ich die ganze Geschichte in eine Interpellation. Fragen müssen Sie ja beantworten. Aber das möchte ich mir und Ihnen ersparen. Ich bitte Sie deshalb, dieses Postulat, das wirklich ein butterweiches und samtweiches Postulat ist, anzunehmen und die entsprechenden, bereits vorhandenen Informationen ein bisschen strukturiert und kundenfreundlich aufbereitet der Öffentlichkeit kundzutun.

Ich danke Ihnen, wenn Sie Hand bieten könnten zu dieser Brücke, für diese einvernehmliche Lösung unter Freunden.