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Pieren Nadja · Nationalrat · 2019-09-12

Pieren Nadja · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-09-12

Wortprotokoll

Die SVP-Fraktion wird weiterhin den Antrag der KVF-NR, am Kredit für die Umfahrung Burgdorf-Oberburg festzuhalten, unterstützen. Diese Umfahrung dient nicht nur der Verkehrsberuhigung und der dringend nötigen Erhöhung der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer in Burgdorf und Umgebung. Das ganze Emmental wird einen sehr grossen Nutzen davon haben, aber darüber hinaus auch Teile des Berner Oberlandes, des Entlebuchs und des Berner Mittellandes - sie alle warten schon seit Jahren auf eine Lösung der sehr grossen Verkehrsprobleme, die nun nicht mehr länger auf die lange Bank geschoben werden können.

Ich bin in Burgdorf aufgewachsen und kenne die Verkehrswege als Fussgängerin, als Velofahrerin und als Autofahrerin vor Ort persönlich bestens. Ich bin seit knapp vierzig Jahren eine Direktbetroffene. Die grosse Unterstützung für dieses Projekt in der Bevölkerung, aber auch der betroffenen Gemeinden und des ganzen Kantons Bern zeigt, dass es nun endlich Zeit ist zu handeln. Auch Frau Bundesrätin Sommaruga sagte vorgestern im Ständerat, es sei unbestritten, dass es in Oberburg Massnahmen brauche. Unsere einzige Differenz, Frau Bundesrätin, ist, wann genau der Kanton Bern und die Region mit dem Bau beginnen können, sollen oder dürfen. Das Projekt würde auch durch eine weitere Verzögerung oder Etappierung nicht mehr gewinnen können. Es ist umweltverträglich, und Alternativen gibt es bei diesem engen Nadelöhr auch in der nächsten Legislatur nicht.

Die Geografie des Tors zum Emmental wird sich nicht ändern. Für mich ist es klar, dass die Umfahrung Burgdorf-Oberburg ein wichtiges Gesamtprojekt ist, das sich auch nicht zerstückeln lässt. Derselben Meinung ist auch die Berner Regierung, die den Beschluss des Nationalrates, die Umfahrung Oberburg in diese Generation aufzunehmen, klar unterstützt. Der Projektierungsgrad erlaubt einen Baubeginn vor 2022. Somit gehört dieses Projekt klar in den Verpflichtungskredit für die Beiträge 2019-2022.

Wenn nun, wie vom Bundesrat empfohlen, zuerst die Ortsdurchfahrt Burgdorf saniert werden soll, würde man die grossen Verkehrsprobleme vor Ort nicht lösen, sondern nur in das Nachbardorf Oberburg verschieben. Eine Etappierung des vom Kanton Bern geplanten Gesamtkonzepts wäre der falsche Ansatz. Es braucht keine Verzögerung des Projekts oder Verschiebung des Problems, es braucht nun eine gesamtheitliche Lösung.

Das Projekt bringt für alle Verkehrsteilnehmer einen grossen Mehrwert und vor allem mehr Sicherheit. Wenn die Autos und LKW durch den geplanten Tunnel fahren, entsteht dort, wo jetzt eine Strasse mit Dauerstau ist, eine velo- und fussgängerfreundliche Zone. Der Weg zum Einkaufen, in die Schule oder in das schöne Naherholungsgebiet wird für den Velofahrer oder den Fussgänger um vieles attraktiver, und der motorisierte Individualverkehr wird emmentalwärts flüssig. Laufende Motoren von im Stau stehenden Autos gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an. Die Einwohner und die umliegende Natur atmen auf, wenn der Verkehr fliesst und nicht unnötig, im Stehen, CO2 produziert.

Im Emmental sind viele der rund 120[NB]000 Einwohner auf das Auto angewiesen, so auch in den angrenzenden Regionen, die durch das Emmental erschlossen sind. Nicht jede Region ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar. Wenn auf den Bus umgestiegen werden kann, nützt das heute nicht viel, da auch die Busse in und um Burgdorf im Stau stehen.

Ich bitte Sie, heute unbedingt am Kredit für die Umfahrung Burgdorf-Oberburg gemäss Beschluss des Nationalrates festzuhalten. Ich danke Ihnen ganz herzlich, wenn Sie [PAGE 1510] heute das für das Emmental und den Kanton Bern enorm wichtige Projekt unterstützen.