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Amstutz Adrian · Nationalrat · 2019-09-16

Amstutz Adrian · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-09-16

Wortprotokoll

Herr Nordmann: Es ist natürlich schwierig, in diesem Saal zu diskutieren, wenn man den Unterschied zwischen verheiratet und freundschaftlich verbunden nicht kennt. Sprechen Sie doch nicht vom Brexit! Wir sind nicht in der EU, und wir wollen nicht - so wie Sie - in die EU eintreten.

Wenden wir uns doch einmal den Fakten zu: Das Resultat des Verfassungsbruchs, den Sie mit der Nichtumsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative mitverantwortet haben - notabene ein Auftrag von Volk und Ständen, ein demokratischer Entscheid -, ist folgendes: eine Million Zuwanderer in den letzten dreizehn Jahren. Eine Million entspricht der ganzen Bevölkerung des Kantons Bern, die man in dieses Land verpflanzt hat. Eine Million mehr Menschen, die wohnen und mobil sein wollen, die essen und versorgt sein wollen; Gedränge in den Zügen, Stau auf den Strassen. Eine Million Menschen: [PAGE 1571] Das ist zweieinhalb Mal die Bevölkerung der Stadt Zürich. Auf Ihrer Seite wollen Sie dann mit Blumenkistchen auf den Balkonen in den Städten die Biodiversität retten. Oder Sie piesacken die Bauern in Zusammenhang mit dem Wasser.

Was wollen Sie uns sagen, wenn Sie von Wohlstand reden? Der Wohlstand sei in den letzten dreizehn Jahren erschaffen worden? Der Wohlstand hier in diesem Land wurde von unseren Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern unter grossen Entbehrungen "erkrampft". Wir verwalten ihn höchstens, und zwar, in diesem Punkt, den wir hier diskutieren, nicht gut! Wir verbetonieren das Land, verbetonieren das Land auf Kosten unserer Kinder und Grosskinder - und Sie wollen dann die Biodiversität retten. Sie verbieten dann einem Bauern im Berner Oberland, ein Dachfenster einzubauen. Es sei nicht zonenkonform.

Eine Million mehr Menschen, die Wasser brauchen, Strom brauchen, Abwasser produzieren, Abfall produzieren - damit gehen wir in Richtung 10-Millionen-Schweiz. Das ist verantwortungslos! Was kommt dann 2035 bei einer 10-Millionen-Schweiz? Eine 11-Millionen-Schweiz, damit der Zirkus am Laufen gehalten wird, mit dem Ergebnis, dass der normale Arbeiter nicht mehr Geld im Säckel hat?

Sie alle - und zwar auch die Linken! - hängen am Tropf der Economiesuisse-Abzockermanager. Diese werden dann dereinst mit ihren Kindern dieses Land verlassen, wenn es zubetoniert ist. Wir wollen dableiben und in einer lebenswerten Schweiz, wie wir sie von unseren Vorfahren erhalten haben, weiterleben.

Herr Pardini, Sie werden ja gleich das Hohelied der Arbeitsplätze singen. Ältere Arbeitnehmer werden verdrängt in die Arbeitslosigkeit. Was ist Ihre Lösung? Eine Rente! Ältere Menschen in diesem Land brauchen keine Rente, sie brauchen Arbeit. Es ist eine absolute Sauerei, wenn man ältere Menschen einfach in die Arbeitslosigkeit entsorgt und dann noch so tut, wie wenn das eine gute Lösung wäre.

Dann noch etwas, Frau Humbel, zum Begriff "Guillotine": Nur schon, dass man in einem solchen Vertrag das Wort "Guillotine" - ein Mörderinstrument, mit dem man früher unliebsamen Bürgerinnen und Bürgern den Grind abgehackt hat - akzeptiert, ist eine Sauerei der obersten Klasse, wirklich! Das Wort "Guillotine" in einem Staatsvertrag ist eine Sauerei, nichts anderes! Es ist ein Erpressungsinstrument - nichts anderes -, das die Endlosspirale weitertreiben wird, bis man dieses Land an die Wand fährt. Das will die SVP nicht!

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