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Dettling Marcel · Nationalrat · 2019-09-16

Dettling Marcel · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-09-16

Wortprotokoll

Die Initiative "für eine massvolle Zuwanderung" ist für die schweizerische Landwirtschaft überlebenswichtig, denn der Boden ist unsere Grundlage. Eine Million Zuwanderer in dreizehn Jahren erträgt unsere kleine Schweiz auf lange Frist nicht. Innert dreissig Jahren ist die schweizerische Siedlungsfläche um 31 Prozent angewachsen - um 31 Prozent! -, und dies zulasten der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Insgesamt entspricht diese Minderung der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Grösse des Kantons Jura; innert dreissig Jahren haben wir zusätzlich den Kanton Jura vollständig zubetoniert, und es geht munter so weiter, wenn es nach der Mehrheit dieses Rates geht.

Es geht immer zulasten der landwirtschaftlichen Nutzfläche, denn wir müssen sehen, was wir in der Schweiz haben: Wir haben 25 Prozent unproduktive Fläche, vor allem schöne Berge, Geröllhalden, Seen, das ist unproduktiv; 31 Prozent Wald, da bauen Sie nichts, der ist streng geschützt, das ist zum Teil auch gut so; 35 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche; der Rest ist Siedlungsfläche. Diese Siedlungsfläche hat in dreissig Jahren um 30 Prozent zugenommen. Dazu kommt noch der übertriebene Gewässerschutz, der auch hier im Rat beschlossen wurde: 20[NB]000 Hektaren bestes Kulturland, das zusätzlich zerstört wird, gewollt durch die Mehrheit dieses Parlamentes.

Was das Schweizervolk aber auch möchte - Herr Haab hat es vorhin brillant gesagt -: Mit der Ernährungssicherheits-Initiative wurde der Bund verpflichtet, die Grundlagen für die landwirtschaftliche Produktion zu sichern und vor allem das Kulturland zu schonen. Somit müsste der Bundesrat eigentlich für diese Initiative sein. Die Landwirtschaft - Frau Fiala hat es vorhin gesagt - braucht Fachkräfte, Arbeitskräfte, das stimmt, da hat niemand etwas dagegen. Aber wir sagen, wer zu uns kommt; das ist vielleicht der Unterschied zur Mehrheit in diesem Parlament, die das nicht möchte. Was nützen uns Arbeiter, wenn wir in der Landwirtschaft langfristig keinen Boden zur Bewirtschaftung mehr haben? Dann nützen uns die Arbeiter schlicht überhaupt nichts. Wir Bauern denken eben langfristig. Geld können wir nicht essen, Beton schon gar nicht.

Das Rezept der Gegner haben wir gehört. Herr Flach ist zum Glück im Saal, ich habe ihm sehr gut zugehört: Er möchte mehr Gesetze, er möchte mehr Auflagen für die Bürger; das kennen wir bereits von der Zersiedelungs-Initiative her. Die Leute hätten Sie da am liebsten in Betonwüsten, zusammengepfercht in besseren Hasenställen, wie wir das da erlebt haben. Die landwirtschaftlichen Gebäude sollten in die Wohnzone; ausserhalb der Wohngebiete möchte man alles verbieten, die Landwirtschaft sollte da nichts mehr bauen können usw. usf. - das wollen Sie. Ich möchte das nicht, ich will nicht in einer 10-Millionen-Schweiz leben. Doch diese Zahl erreichen wir sogar schon sehr bald.

Ich möchte, dass wir unseren Kindern eine Zukunft geben können, dass sie ein Land vorfinden, welches lebenswert ist, wie jenes, das uns unsere Vorfahren hinterlassen haben. Unterstützen Sie die Initiative "für eine massvolle Zuwanderung"; besten Dank!