Sommaruga Simonetta · Bundesrat · 2019-09-23
Sommaruga Simonetta · Bundesrat · Bern · 2019-09-23
Wortprotokoll
Im Bericht in Erfüllung des Postulates Chevalley 12.3907 von 2014 wurde die Menge an Speiseresten aus dem Catering im Flugverkehr der drei Flughäfen Zürich, Genf und Basel auf 8100 Tonnen pro Jahr geschätzt. Bei 270[NB]000 Landungen pro Jahr in der Schweiz entsprach das rund 30 Kilogramm Lebensmittelabfällen pro Flug. Auf Langstreckenflügen sind die Mengen in der Regel höher als bei kurzen Distanzen.
Verglichen mit der Menge an vermeidbaren Lebensmittelabfällen, die in der Gastronomie insgesamt in der Schweiz anfallen, verursacht der Flugverkehr rund 4 Prozent. Speisereste aus Transportmitteln, welche im grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt werden, sind als tierische Nebenprodukte der Kategorie 1 klassiert. Gemäss Verordnung über tierische Nebenprodukte müssen diese direkt verbrannt werden oder können nach Drucksterilisation zur Gewinnung von Brenn- oder Treibstoffen verwendet werden.
Es gibt aber Ansätze, die innert kurzer Zeit zu einer Verbesserung der Situation führen könnten. Beispielsweise könnten die Fluggesellschaften die notwendigen Mengen spezifischer planen, etwa indem die Fluggäste das Menü im Voraus auswählen und bestellen oder indem sie Algorithmen anwenden. Im Rahmen der Erfüllung des Postulates Chevalley 18.3829 erarbeitet der Bundesrat einen Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung. Dieser wird bestehende und gegebenenfalls neue, freiwillige Massnahmen sowie flankierende Massnahmen seitens des Bundes beinhalten.