Lexipedia

Germann Hannes · Ständerat · 2019-12-19

Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-12-19

Wortprotokoll

Man hat mir dann gleich auch das Mandat als Berichterstatter übertragen, nachdem die Kommission einstimmig und ohne Enthaltungen beantragt hatte, das Postulat anzunehmen. Der Bundesrat hat ja die Ablehnung beantragt, mit Gründen, denen wir allerdings jetzt beim Antrag auf Annahme des Postulates Rechnung getragen haben.

Der Bundesrat wird beauftragt, die Aufnahme der Digitalisierung naturwissenschaftlicher Sammlungen in die BFI-Botschaft 2021-2024 zu prüfen; es ist also ein Prüfauftrag. Die Gründe dafür waren folgende: Es gibt Unmengen von Daten, die in diesem Land brachliegen und die der Forschung zugänglich gemacht werden sollten. Das ist darauf zurückzuführen, dass Museen oft in kommunaler oder kantonaler Hand sind und die Mittel und wahrscheinlich auch der Anreiz für eine Digitalisierung und damit eine effiziente Nutzung fehlen.

Dieses Postulat geht von einer Initiative der Akademien der Wissenschaften aus. Sie beantragen nämlich in ihrem Mehrjahresprogramm 2021-2024 für die Lancierung einer Initiative zur Aufarbeitung, Digitalisierung und Zugänglichmachung von naturwissenschaftlichen Sammlungen für die Forschung knapp 12 Millionen Franken. Das wäre also der Antrag der Akademien der Wissenschaften. Ich kann das nur so übernehmen, ohne verifizieren zu können, ob diese Mittel ausreichend wären. Aber es ist eigentlich jetzt auch nicht notwendig, das auf den Franken genau zu wissen. Es geht hier um die Sache, nämlich um das Argument, bei dem die Kommission dem Postulat folgt, nämlich dass die geschätzte Zahl von 61 Millionen Objekten - Tiere, Pflanzen, Pilze, Steine, Knochen, Bodenproben usw. - sich auf fünfzig Standorte in Museen, aber auch in Universitäten, verteilen. Sie sind im internationalen Vergleich eine überaus wichtige, wenn nicht sogar weltweit einzigartige Anhäufung von wissenschaftlichen Sammlungen. Auf der Grundlage dieser Sammlungen könnten wir eben Forschungsarbeiten zu drängenden gesellschaftlichen Problemen angehen, zum Beispiel im Bereich Biodiversität, aber auch bei Landwirtschaft und Forstwirtschaft, dann bei der Rohstoffgewinnung und auch -förderung.

Die Aufarbeitung, Digitalisierung und Vernetzung dieser Sammlungen für die Forschung und die Allgemeinheit ist nach Ansicht der Kommission dringend geboten. Nach Auffassung der Kommission verfügt die Forschung über das für die Digitalisierung notwendige Know-how. Die Museen hingegen würden eine solche Aufgabe nicht leisten können. 81 Prozent der genannten 61 Millionen Objekte können Museen und Hochschulen zugerechnet werden, weshalb sich die Kommission intensiv mit diesem Umstand auseinandersetzte. Wir sind uns allerdings bewusst, dass für das Erstellen von Dateninfrastrukturen die Einrichtungen prinzipiell selbst verantwortlich sind. Ausser im Falle der Bundesmuseen liegt die Verantwortung also bei den Kantonen und Gemeinwesen als Träger dieser Einrichtungen; darum auch die Zurückhaltung des Bundesrates.

Nun meinen wir aber, dass angesichts der Bedeutung dieser Sammlungen eine Unterstützung durch den Bund durchaus prüfenswert sei. Bei dieser Finanzierung würde es sich nach Ansicht der Kommission also um eine subsidiäre Unterstützungsleistung handeln; damit wäre auch den Bedenken des Bundesrates Rechnung getragen.

Darum empfiehlt Ihnen die Kommission auch einstimmig und ohne Enthaltungen, das Postulat sei so anzunehmen.