preparatory:AB 260011
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2020-05-04
Wortprotokoll
Ich gehe davon aus, dass das ähnlich ist wie beim Auto: Wenn Sie moderne Flugzeuge haben, die umwelttechnisch den neusten Anforderungen entsprechen, kaufen Sie die ohnehin, weil sie auch im Unterhalt günstiger sind. Swiss hat das auch schon bewiesen: Swiss ist wahrscheinlich der Konzern mit den weltweit modernsten Flugzeugen; sie haben jetzt praktisch die ganze Flotte ersetzt.
Es ist kaum absehbar, dass irgendjemand in den nächsten drei, vier Jahren Flugzeuge kauft, wenn man sieht, dass bei Airbus 30 Prozent stillgelegt sind und man Leute entlässt. Wir müssen schon davon ausgehen, dass der Flugverkehr laut internationaler Schätzung in den nächsten Jahren um 30 Prozent zurückgehen könnte. Bei diesem Rückgang dürften gemäss unserer Diskussion auch bei uns Kurzstrecken eher mit der Bahn gemacht werden, und für Langstreckenflüge braucht es dann neue Flugzeuge. Wenn wir die Umweltstandards und die Klimaziele festlegen, ist es eigentlich klar, dass man sich dann am besten Modell orientieren muss: Das ist ja der Sinn dieser Klimaziele. Weil das eben weiterentwickelt werden kann, haben wir die Möglichkeit, in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren eine Vorreiterrolle zu spielen. Sowohl Lufthansa wie Swiss sagen im Übrigen, dass [PAGE 437] das ihr Verkaufsargument sein wird, weil man im deutschen Sprachraum für Nachhaltigkeit sensibler ist als an anderen Orten. Beide Gesellschaften haben uns in diesen Gesprächen mehrmals versichert, dass sie eigentlich zu den umweltfreundlichsten Fluggesellschaften gehören wollen, weil das in Zukunft ein Verkaufsargument ist. Das können wir entsprechend begleiten.