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Stark Jakob · Ständerat · 2020-06-10

Stark Jakob · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2020-06-10

Wortprotokoll

Ich möchte vorausschicken, dass ich den Gegenvorschlag unterstütze, allenfalls mit Modifikationen, und dass es mir sehr wichtig ist, dass wir die Pflege stärken. Ich möchte aber noch einen Aspekt einbringen, den ich heute etwas vermisst habe. Es geht um die Ausbildung.

Ich habe die Befürchtung, dass wir etwas die wichtigste Massnahme verpassen, wenn wir mehr Geld in die bisherige Ausbildung stecken. Das ist richtig. Aber das grösste Problem ist meiner Ansicht nach, dass wir heute in der Grundstufe der Pflege mehr als genügend Fachangestellte Betreuung (FaBe) und Fachangestellte Gesundheit (FaGe) haben. Wir müssen in diesen Berufen immer viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger abweisen. Diese machen eine [PAGE 469] dreijährige Ausbildung in Spitälern oder in Pflegeheimen. Die heutige Diskussion zeigt, dass sie mit einer dreijährigen Ausbildung noch nicht zum Pflegefachpersonal gehören. Das ist ein riesiger Mangel. Zum Pflegefachpersonal gehören sie erst, wenn sie anschliessend an die Ausbildung für FaGe oder FaBe während drei weiteren Jahren eine höhere Fachausbildung absolviert haben. Sie müssen also sechs Jahre lang in die Schule gehen - natürlich gehört auch die Praxis dazu. Das ist der grösste Mangel. Ich rufe die Fachverbände, den Bund und die Kantone dazu auf, diese Ausbildung zu vereinfachen.

Diese Ausbildungen müssen aus einem Guss sein. Sie müssen vielleicht vier Jahre dauern und viel stärker modular aufgebaut sein. Wir müssen auch dahin kommen, dass wir von Anfang an spezialisierte Ausbildungen machen. Zum Beispiel gibt es dann für die Pflege von älteren Personen eine Ausbildung, die nur dieses Ziel hat. Es muss hier eine vermehrte Spezialisierung stattfinden. Nur so können wir den Fachkräftemangel einigermassen in den Griff bekommen.

Ich möchte Sie, die Sie Verantwortung tragen, dazu aufrufen, diese Ausbildungsreform anzupacken. Die Massnahmen dürfen sich nicht in diesem Gegenvorschlag erschöpfen. Dieser ist nur der Beginn, die Massnahmen wirklich so in den Griff zu bekommen und so zu entwickeln, dass es in Zukunft möglich sein wird, die Betreuung und die Pflege für die ganze Bevölkerung zu garantieren.