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AB 270484

Locher Benguerel Sandra · Nationalrat · Graubünden · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-09-24

Wortprotokoll

Unsere Kommission hat sich in Zusammenhang mit der Beratung der Kulturbotschaft mit der Bedeutung der Baukultur auseinandergesetzt; dies führte zur vorliegenden Kommissionsmotion, welche parallel zum Antrag innerhalb der Kulturbotschaft zu verstehen ist.

Zur Ausgangslage: In Artikel 78 der Bundesverfassung ist der Erhalt des kulturellen Erbes verankert. Die Pflege und Erhaltung des baukulturellen und archäologischen Erbes sind unbestritten von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Dabei leistet der Bund in den Bereichen Denkmalpflege und Archäologie in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen einen wichtigen Beitrag zu einer hohen Baukultur und damit zu einer nachhaltigen räumlichen Entwicklung der Schweiz. Folgende Gründe sprechen für die Annahme der Kommissionsmotion:

1.[NB]Ausgewiesener Bedarf: Die Bundeshilfen im Bereich Denkmalpflege und Heimatschutz waren in den vergangenen Jahrzehnten tendenziell rückläufig. Mit der Finanzierungsperiode 2016-2020 kam es zu einer Stabilisierung bei etwa 24 Millionen Franken. Die reale Kaufkraft der Finanzhilfen hat um fast die Hälfte abgenommen, gemessen daran, dass seit der Jahrtausendwende die Preise für Renovationen und Wohnliegenschaften um über 20 Prozent gestiegen sind. Der Bundesrat weist in der neuen Kulturbotschaft einen Bedarf an Bundesmitteln von über 100 Millionen Franken pro Jahr aus. Am ersten Sessionstag hat unser Rat erfreulicherweise innerhalb der Kulturbotschaft eine Erhöhung gesprochen.

2.[NB]Grosser volkswirtschaftlicher Nutzen: Dieser kann gut am Château-Chillon-Effekt aufgezeigt werden. Die Kultur- und Tourismuswirtschaft profitiert davon, dass Baudenkmäler das Erscheinungsbild zahlreicher Orte prägen und als deren Wahrzeichen nicht mehr wegzudenken sind. Das gebaute Kulturerbe stiftet also touristischen Nutzen mit weitreichender Ausstrahlung. So erfreuen sich in meinem Heimatkanton Ferien in Baudenkmälern, beispielsweise im Türalihus in Valendas, zunehmender Beliebtheit. Durch die Erhaltung von Baudenkmälern, beispielsweise in Guarda in der Engiadina Bassa, profitiert der Tourismus in dieser Region direkt.

3.[NB]Impulse für das Gewerbe: Weitere wirtschaftliche Effekte gehen von den Investitionen zur Erhaltung des Kulturerbes aus. Entlang der Wertschöpfungskette der lokalen Bauwirtschaft werden Impulse ausgelöst. Gemäss einer Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Denkmalpflege in der Schweiz lösen die Gelder durch Multiplikatoreffekte ein Achtfaches an Investitionen in kleineren Unternehmungen aus.

4.[NB]Unterstützung Privater: Die staatliche Unterstützung privater Eigentümer bei der Sanierung schützenswerter Baudenkmäler leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des gebauten Erbes. Auch wenn die Hauptlast bei den Privaten liegt, kann der Bund mit seiner Unterstützung wesentlich dazu motivieren, dass Sanierungsvorhaben realisiert werden.

5.[NB]Hand in Hand mit den Kantonen: Aufbauend auf dem bewährten Zusammenspiel und der etablierten Programmvereinbarung von Bund und Kantonen im Rahmen der Kulturbotschaft, können mit diesen Zusatzgeldern konkrete Projekte realisiert werden. Die Liste solcher Projekte ist umfangreich und zeigt den landesweiten Handlungsbedarf eindrücklich auf.

En conclusion, les petites et moyennes entreprises locales et régionales profiteront des travaux de rénovation et de restauration des monuments architecturaux qui seront rendus possibles par ces fonds supplémentaires. Ceux-ci bénéficieront donc à la fois à l'économie et au patrimoine architectural. Je vous remercie de votre soutien.