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Weichelt-Picard Manuela · Nationalrat · 2020-12-07

Weichelt-Picard Manuela · Nationalrat · Zug · Grüne Fraktion · 2020-12-07

Wortprotokoll

Pro Tag werden weltweit etwa 18 Milliarden Zigaretten verkauft. Während des Konsums löst sich zwar ein grosser Teil der Zigarette in Rauch und Asche auf, aber etwas bleibt zurück: Billionen von Zigarettenfiltern pro Jahr, von denen schätzungsweise nur etwa ein Drittel im Müll landet. Der Rest wird beiläufig auf die Strasse, aus dem Fenster oder in die Natur geworfen.

Die Zigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat. Das ist eine kunststoffähnliche Verbindung, deren Zersetzung mehr als zehn Jahre dauert. Die Filter tauchten erstmals in den Fünfzigerjahren in einer gross angelegten Marketingaktion auf. Tatsächlich veranlassten die Rückstände, die von Zigaretten ohne Filter im Mund zurückgelassen wurden, die Zigarettenhersteller dazu, Filter einzuführen, um die Härte des Tabaks zu verringern. Dies taten sie, um Frauen und Jugendliche zum Konsum zu ermutigen.

Zwei Drittel der Zigarettenkippen landen in der Wildnis. Sie sind die erste Ursache für die Flussverschmutzung. Jede Zigarettenkippe enthält fast viertausend chemische Substanzen und kann 500 Liter Wasser verunreinigen. Eine aktuelle Studie von National Geographic kam zum Schluss, dass Zigarettenstummel das Pflanzenwachstum hemmen. Ausserdem werden sie regelmässig in Wasserwege und in die Meere gespült. Es dauert Jahre, bis sich die Filter zersetzen. Selbst dann zerfallen sie nur in Mikroplastikpartikel, die zu einer zunehmenden Belastung für Meere und andere Gewässer werden. Ausserdem sind in den Filtern toxische Materialien enthalten, die für Meeresbewohner eine Gefahr darstellen: Beispielsweise fressen sie die Filter, weil sie wie Futter aussehen. Ein einziger Zigarettenfilter in einem Liter Wasser tötet die Hälfte der darin enthaltenen Fische, so lautet ein Ergebnis der Forschungen.

Offensichtlich brauchen Veränderungen legislativen Druck - schade, aber es ist so. Denn bereits in den Siebzigerjahren wurden biologisch abbaubare Filter getestet. Der Standard blieb jedoch nach wie vor Celluloseacetat. Der Grund hierfür ist mit hoher Wahrscheinlichkeit, aber wie gewohnt Lobbyarbeit.

Ich bin überzeugt, dass die Hochschulen, die innovativen Forschenden einen Superjob machen, wenn wir uns heute für unsere Umwelt aussprechen. Patentrecherchen haben ergeben, dass für biologisch abbaubare Substitute schon einige valide Grundlagen vorhanden sind, auf die man gut bauen kann.

Besten Dank für die Unterstützung der Minderheit Weichelt-Picard zugunsten unserer Umwelt.