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Markwalder Christa · Nationalrat · 2020-12-09

Markwalder Christa · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion · 2020-12-09

Wortprotokoll

Nach langen, langen sieben Jahren befinden wir uns endlich auf der Zielgeraden. Nach jahrelangem Ringen, intensiven Diskussionen, zahlreichen Abklärungen - und ja, Herr Bregy, wir haben die Verfassungsmässigkeit gründlich abgeklärt, nämlich sowohl bezüglich des Begriffs "Ehe" als auch hinsichtlich der Fortpflanzungsmedizin - und nach Diskussionen über technische, aber auch wichtige Details sind wir nun fast am Ziel angekommen, nämlich bei der Öffnung der Ehe für alle: für alle Paare, auch für gleichgeschlechtliche. Zentral ist die Liebe und der Wille, ein Leben lang zusammenzubleiben. Wir haben auch eine grösstmögliche Gleichstellung für gleichgeschlechtliche mit heterosexuellen Paaren erreicht und lesbischen Paaren den Zugang zur Samenspende ermöglicht.

Nun geht es vor allem noch darum, keine Differenzen mehr zu schaffen, weshalb wir bereit sind, auch eine unschöne Kröte, die der Ständerat im Schlusstitel des ZGB noch eingeführt hat, zu schlucken. Ursprünglich wollten wir im Nationalrat das Fortpflanzungsmedizingesetz nicht antasten und die Samenspende für ein lesbisches verheiratetes Paar via Mutterschaftsvermutung implizit ermöglichen. Der Ständerat hat nun ein anderes Konzept gewählt, und diesem kann sich auch unsere Fraktion anschliessen.

Viele gleichgeschlechtliche Paare haben auf diesen Tag der Fertigberatung sehnlichst gewartet. Sie müssen sich wohl noch ein paar Monate mit Heiraten gedulden, denn ein [PAGE 2414] Referendum wurde bereits in Aussicht gestellt. Allerdings können sie dennoch bereits mit den Hochzeitsplanungen beginnen, denn gemäss einer Umfrage von GFS Zürich befürworten 82 Prozent der Bevölkerung die Ehe für alle. Ich bin zuversichtlich, dass das auch in einer Volksabstimmung ein sehr deutlicher Entscheid werden wird.

Ich danke Ihnen für die Unterstützung der Mehrheit.