Z'graggen Heidi · Ständerat · 2020-12-10
Z'graggen Heidi · Ständerat · Uri · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2020-12-10
Wortprotokoll
Vielleicht zuerst ein Wort vorweg: Ich höre jetzt sehr oft Befürchtungen in der Richtung, es könnte ein Modetrend werden oder es sei allenfalls vielleicht sogar ein Hype, das zu machen. Das glaube ich nicht. Die Situation, dass Personen im falschen Geschlecht leben, gab es schon immer. Das ist eine historische Tatsache, und das gibt es auch heute. Und es sind ja sehr wenige Jugendliche - die Frau Bundesrätin wird das vielleicht noch sagen -, die heute betroffen sind. Es sind wirklich sehr wenige. Ich glaube, es sind sieben, acht, neun Jugendliche zwischen 12 und 16. Der betroffene Jugendliche, Mann oder Frau, ändert ja nicht einfach nur das Geschlecht. Die Person ändert vielmehr ihre Lebensweise in die Lebensweise, die für sie stimmt, die ihr entspricht. Sie ändert die Äusserlichkeit im Auftreten, die Identität, die Kleidung usw. Deshalb ist das natürlich nicht ein leichtfertiger Entscheid, den jemand trifft. Der Entscheid ist sehr gut reflektiert und nicht nur reflektiert - das habe ich mir auch sagen lassen, und das sagte ich auch letztes Mal -, denn es ist den Kindern bereits im Kindergartenalter klar: Ich bin ein Mädchen. Oder: Ich bin ein Junge.
Jetzt zur Frage von Herrn Germann: Es gibt keine Beschränkung, wie oft so ein Geschlechtswechsel gemacht werden könnte. Aber es ist nicht davon auszugehen, dass jemand mehrere Male zwischen den Geschlechtern hin und her hüpft. Es ist wirklich eine extrem schwierige Situation für die betroffenen Jugendlichen. Deshalb bin ich der Meinung, man sollte diese Hürden auf dem Pfad des Bundesrates, aber jetzt mit diesem Kompromiss, so weit wie möglich abbauen.