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Cassis Ignazio · Bundesrat · 2021-03-16

Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2021-03-16

Wortprotokoll

Ich nutze gerne die Gelegenheit, um den Stand der Dinge bei diesem Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) darzulegen und zu erläutern, wieso ihn der Bundesrat noch nicht unterzeichnet hat.

Wie die meisten europäischen Staaten tritt die Schweiz dem TPNW vorerst - vorerst! - nicht bei. Infolge der Annahme der Motion 17.4241, über die wir jetzt gesprochen haben, wollen wir dies neu beurteilen. Diese Neubeurteilung ist erst nach der Überprüfung des Vertrages über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPT) sinnvoll. Da die Überprüfungskonferenz Covid-19-bedingt um ein Jahr verschoben wurde, verzögert sich entsprechend auch unsere Neubeurteilung.

Im erläuternden Bericht der interdepartementalen Arbeitsgruppe zur Analyse des UNO-Kernwaffenverbotsvertrages ist genau geschildert, welche Bedenken der Bundesrat hat. Erwähnt wird auch die Notwendigkeit, sich etwas Zeit zu nehmen, um diese Bedenken auszuräumen. Es ist nämlich nicht ausgeschlossen, dass der Beitritt zu diesem Vertrag den NPT schwächt. Das gilt es zu vermeiden.

Wie Sie vorhin gehört haben, ist der TPNW nach der Ratifikation von 50 Staaten im Januar dieses Jahres in Kraft getreten. Ein erstes Staatentreffen soll dieses Jahr in Wien stattfinden. Die Schweiz wird als Beobachterin dabei sein. In Europa hat der Vertrag wenig Unterstützung. Lediglich Österreich, Irland, Malta und der Vatikan sind diesem Vertrag beigetreten. Unter den neutralen Staaten gibt es keine einheitliche Position. Österreich und Irland haben den Vertrag ratifiziert; die Schweiz und Schweden haben sich nach Abklärungen vorerst dagegen entschieden. Schweden ist wie die Schweiz bekanntlich nicht ein Land, das atomare Waffen unterstützt. Finnland nahm nicht einmal an den Verhandlungen teil. Sie spüren, es geht nicht um die Grundsatzfrage, ob man für oder gegen Nuklearwaffen sei; die Schweiz ist ganz klar dagegen, sie war immer dagegen und ändert ihre Linie überhaupt nicht. Die Frage ist vielmehr: Ist der Beitritt für die Erreichung der Ziele nützlich, oder könnte der Vertrag sogar Hürden schaffen?

Das Zusammenspiel des NPT und des TPNW gilt es besonders genau zu untersuchen. Der NPT ist der Eckpfeiler der nuklearen Rüstungskontrollarchitektur. Mit seinen 191 Mitgliedern ist er zentral und soll es auch bleiben. Deshalb ist es so wichtig, in der Überprüfungskonferenz des NPT herauszuspüren, ob es eine Gefahr ist, wenn der TPNW ebenfalls von allen Staaten unterzeichnet wird.

Eine Komplikation könnte entstehen, wenn gewisse TPNW-Mitgliedstaaten den NPT plötzlich nicht mehr als Eckpfeiler sehen, sondern alles auf die Karte des TPNW setzen würden - das wäre weder im Interesse der Schweiz noch im Interesse der Abrüstung.

Die Schweiz anerkennt die humanitären Überlegungen, die hinter dem TPNW stehen; diese sehe auch ich ganz genau und kann sie unterstützen. Aber - noch einmal - das ist auch gar nicht die Frage. Die Frage lautet: Ist dieses Mittel für diesen Zweck geeignet?

L'abolition des armes nucléaires est un objectif que la communauté internationale doit poursuivre et la Suisse s'y engage très activement. La question du Traité sur l'interdiction des armes nucléaires a également une dimension de politique de sécurité. L'existence des armes nucléaires est un fait en matière de sécurité européenne. La Suisse doit aussi prendre en compte ce facteur dans ses réflexions.

Encore une fois, vous avez entendu à quel point les Etats de ce continent ayant adhéré à ce traité sont peu nombreux. Or, je ne crois pas qu'on puisse dire que la majorité des Etats du continent européen est en faveur de l'arme nucléaire. Il faudrait donc quand même avoir l'honnêteté intellectuelle de reconnaître un petit doute dans cette analyse, au lieu de proclamer une certitude qui ne peut pas être questionnée.

Le Conseil fédéral est convaincu d'avoir bien pris en compte la motion 17.4241 adoptée par le Parlement, comme il l'a affirmé à plusieurs reprises. Il a accéléré ses réflexions: il avait envisagé de revenir sur la question en 2024, mais il a, à cause de la motion, décidé de le faire dès qu'aura lieu la Conférence des Parties chargée d'examiner le Traité sur la non-prolifération des armes nucléaires. Cette conférence a ma foi été reportée de 2020 à 2021. L'examen aura donc lieu cette année.

Si cette conférence devait montrer que les craintes exprimées par plusieurs Etats à propos de ce traité peuvent être abandonnées, il n'y aura plus aucun problème pour adhérer à ce traité.

Voici la position du Conseil fédéral que j'ai voulu vous présenter.