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Dettling Marcel · Nationalrat · 2021-05-03

Dettling Marcel · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2021-05-03

Wortprotokoll

Die Mehrheit der Kommission möchte, dass man den Anbau von konventionellen Zuckerrüben im Vergleich zu heute massiv schlechterstellt. Heute, es wurde gesagt, hat der Bundesrat auf die Aufhebung der Quote in der EU reagiert: Er hat den Grenzschutz eingeführt, 70 Franken pro Tonne, und er hat den Einzelkulturbeitrag von 1800 Franken auf 2100 Franken erhöht. Nun möchte die Mehrheit der Kommission plötzlich unter diesen Betrag gehen und den konventionellen Anbau bestrafen - es gäbe nur noch 1500 Franken. Bei 1800 Franken sind bereits viele Zuckerrübenproduzenten aus der Produktion ausgestiegen. Sie können sich vorstellen, was es bedeutet, wenn wir nun entscheiden, sogar unter den bis 2018 geltenden Einzelkulturbeitrag zu gehen. Das funktioniert nicht. Dann ist die Schliessung der Werke eine Folge davon. Das können wir nicht verantworten.

Die Kommissionsminderheit möchte auch den Biolandbau und die integrierte Produktion fördern. Deshalb haben wir beschlossen, für den Anbau unter diesen beiden Systemen 200 Franken mehr zu bezahlen als für den konventionellen Anbau. Das hat eine ganz logische Folge. Sie müssen die Verhältnisse kennen: Von der 17[NB]000 Hektaren grossen Anbaufläche in der Schweiz wurde im vergangenen Jahr auf knapp 200 Hektaren Biolandbau für den Zuckerrübenanbau betrieben, auf 1100 Hektaren kam die integrierte Produktion zum Zug. Sie werden mit diesen Ansätzen gar nicht die Menge hinkriegen, um die Werke auslasten zu können, denn beim Biolandbau gibt es viel weniger Ertrag. Sie bringen die Zuckerrübenmenge, die man in der Schweiz brauchen würde, um die Werke rentabel betreiben zu können, gar nicht in die Werke. Es ist gut gemeint, funktioniert aber am Schluss überhaupt nicht, ausser Sie wollen die Anbaufläche dann auf 30[NB]000, 40[NB]000 Hektaren erhöhen. Dies ginge zulasten der Biodiversität, was auch nicht zielführend wäre.

Zielführend ist der Einzelantrag Munz: Es wurde erwähnt, es ist ein Kompromiss. Die SVP-Fraktion steht für gute Kompromisse ein. Auch wenn sie nur am Rande über diesen Kompromiss informiert wurde, kann sie diesen unterstützen. Es ist mehr oder weniger der Antrag der Minderheit Müller Leo, aber begrenzt bis ins Jahr 2026. Dann sprechen wir hier drin wieder darüber. Dann sind wir ein Stück weiter mit der Züchtung von resistenten Sorten, damit wir den Pestizideinsatz in der Schweiz auch wirklich reduzieren können. Das funktioniert aber nicht von heute auf morgen, sondern die Landwirtschaft braucht Zeit, sie braucht fünf bis zehn Jahre, damit wir diese resistenten Sorten auch züchten können. Dafür ist die Motion wichtig. So können wir im Forschungsbereich mehr forschen. Wir wollen in diese Richtung gehen, wie sie vorhin bereits von den Grünen, von der SP und von den Grünliberalen erwähnt wurde. Aber das funktioniert nicht von heute auf morgen, das funktioniert nicht mit dem Vorschlaghammer, das können Sie vergessen.

Was aber passiert, wenn der Mehrheitsantrag durchkommt: Dann sind die zwei Werke in der Schweiz zerstört, dann importieren wir den Zucker. Dann importieren wir ihn vielleicht aus Brasilien, und dann müssen wir dafür Regenwald roden. Das haben Sie dann zu verantworten, wenn wir solchen Zucker importieren müssen. Wir wollen den Zucker in der Schweiz herstellen. Wir können das, wir haben die Fabriken dazu, wir haben die Landwirtschaft dazu. Wir können die Schweiz mit einheimischem Zucker bedienen. Unterstützen Sie das.

Unterstützen Sie den Einzelantrag Munz.