Stöckli Hans · Ständerat · 2021-06-14
Stöckli Hans · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2021-06-14
Wortprotokoll
Ich bitte Sie, hier auch dem Kompromiss des Ständerates zuzustimmen.
Liebe Frau Z'graggen, es ist leider eine zu optimistische Einstellung, wenn Sie meinen, dass die E-Zigaretten den Schaden, der durch das Konsumieren von Zigaretten entsteht, nicht auch anrichten. Das Problem ist das Nikotin: Wenn die E-Zigaretten mit Nikotin bestückt sind, dann werden die Kinder und Jugendlichen eben süchtig; da spielt es gar keine Rolle, auf welche Art und Weise diese Produkte genossen werden. British Tobacco hat bereits vor einem Jahr seinen Investoren mitgeteilt: "Das Wachstum der neuen Kategorien" - gemeint sind die E-Zigaretten und der portionierte Oraltabak - "basiert vor allem auf Neueinsteigern." Das ist aus ihren eigenen Unterlagen; ihr Geschäftsmodell ist also, den Konsum von E-Zigaretten mit Werbemassnahmen zu fördern. Man sieht das tagtäglich, wenn man auf das Handy schaut: Man wird von solchen Massnahmen berieselt. 58 Prozent der Konsumenten von E-Zigaretten sind Neueinsteiger, liebe Frau Z'graggen! Es ist nicht so, wie man das jetzt schönredet, etwa im Hinblick auf Kollege Zanetti, der selbst versucht hat, den Umstieg vom Zigarettenrauchen zum Rauchen von E-Zigaretten zu machen. Nein, es sind Neueinsteiger! Dementsprechend ist dieses Argument der[NB]geringeren[NB]Schädlichkeit[NB]leider Gottes auch nicht bewiesen.
Das Unispital Zürich hat unter den Schulkindern folgende Zahlen erhoben: Die E-Zigarette ist neben der Zigarette und dem Shisha ein weiteres Produkt, das Kinder und Jugendliche oftmals in Kombination konsumieren. Und jetzt kommt das Schlimmste: 14 Prozent der 13- und 14-Jährigen rauchen Zigaretten, 19 Prozent rauchen Shisha, und 21 Prozent nehmen E-Zigaretten! Das heisst, die Mär, die E-Zigaretten[NB]als[NB]Heil[NB]der Welt verspricht, ist leider Gottes eine falsche Mär!
Ich bitte Sie dringend, diese Mär nicht auch noch durch einen Beschluss hier im Ständerat zu bestätigen.