Reichmuth Othmar · Ständerat · 2021-12-02
Reichmuth Othmar · Ständerat · Schwyz · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2021-12-02
Wortprotokoll
Ich war als Ersatzmitglied in der Kommission bei den Anhörungen dabei und habe dann faktisch den Praxistest bei der Agroscope in Reckenholz gemacht. Gestützt auf diese Erfahrung kann ich Ihnen mit Überzeugung sagen, dass wir hier selbstverständlich eintreten und dann die Ausnahmeregelung, wie sie vorgesehen ist, auch unterstützen. Die Ausnahmeregelung verdient Unterstützung, weil sie wirklich strengen Bedingungen unterliegt und weil das Zeichen für die Forschung, wie es jetzt mehrmals gesagt wurde, wahrscheinlich wichtiger ist als die effektiven Anmeldungen, die danach in den nächsten vier Jahren folgen werden.
Wir reden hier von Gen- bzw. Genom-Veränderungen innerhalb der Pflanze. Das macht die Natur laufend. Zum Glück tut sie das laufend und auch eigenständig. Der Mensch tut es übrigens heutzutage auch. Mit der ordentlichen Züchtung machen wir eigentlich nichts anderes. Es geht einfach viel länger. Es dauert mehrere Pflanzengenerationen, bis wir den gewünschten Erfolg haben.
Wir haben hier drin vor nicht allzu langer Zeit zum Beispiel einen sehr ambitiösen Absenkpfad für Pflanzenschutzmittel aller Art genehmigt und damit die Landwirtschaft auch vor grosse Herausforderungen gestellt. Da haben wir vermutlich schneller getanzt, als die Musik gespielt hat. Um unter anderem auch die richtigen Antworten auf die Probleme zu haben, brauchen wir resistente Pflanzen. Mit der Genom-Editierung haben wir ein naturnahes Instrument, um schnell die notwendigen Erfolge zu erzielen, zumindest schneller als auf dem herkömmlichen Züchtungsweg. Ich sehe, dass wir auf diesen Weg verwiesen sind, wenn wir hier nicht ein erstes Zeichen setzen, denn die Forschung erhält wirklich kein Zeichen, wenn wir jetzt einfach das Moratorium um weitere vier Jahre verlängern.
Ich bitte Sie darum, hier diese Tür mit dieser Ausnahmeregelung und dem strengen Regime zu öffnen. Aber ich bitte Sie, und vor allem bitte ich den Bundesrat, zu diskutieren, ob die Genom-Editierung denn wirklich unter dem Begriff der Gentechnik abzuhandeln ist. Das ist ein Thema, das wir auch schon aufgenommen haben. Ich glaube, wir müssen unbedingt die Diskussion darüber führen, ob wir diese naturnahe Methode unter diesem politisch abgegriffenen Begriff weiterbehandeln wollen.
In diesem Sinne bitte ich Sie, diese Ausnahmeregelung zu unterstützen.