Salzmann Werner · Ständerat · 2021-12-15
Salzmann Werner · Ständerat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2021-12-15
Wortprotokoll
Man muss vielleicht wissen, woher die Motion kommt. Wenn man die Preisentwicklung der letzten zwanzig Jahre betrachtet, dann sieht man, dass die Produzenten beim Preisniveau 25 Prozent verloren haben und die Konsumenten gleichzeitig, in der gleichen Spanne, 10 Prozent mehr zahlen - das ist eine Differenz von 35 Prozent. Diese Marge ist natürlich an den Zwischenhandel [PAGE 1393] gegangen. Das ist sicher richtig; wir hatten auch Teuerung usw., und die Löhne müssen bezahlt werden. Aber die Einkommen in der Landwirtschaft sind eben nicht dementsprechend gestiegen. Trotzdem es weniger Betriebe sind und mehr Fläche bewirtschaftet wurde, ist das Einkommen nicht so gestiegen, wie es hätte steigen müssen, und viele Betriebe sind eben in Existenznot. Hinzu kommt, dass in der Schweiz für Lebensmittel nur 6 Prozent des Haushaltsbudgets ausgegeben werden. Zum Vergleich: In der EU sind es 10 Prozent. Es wäre also schon wünschenswert, dass etwas mehr Wertschöpfung zur Landwirtschaft käme.
Aber die Argumentation der Kollegen Noser und Knecht ist natürlich nachvollziehbar. Wir können hier nicht einen solchen administrativen Apparat aufbauen, die Offenlegung aller Märkte vornehmen und somit eigentlich dem Standort Schweiz schaden. Ich würde empfehlen, dass wir eben den Postulatsbericht nach der Sistierung der Agrarpolitik 2022 plus abwarten und dann die entsprechenden Massnahmen in der Steuerung der Agrarpolitik ergreifen.
Aus diesem Grund lehne ich die Motion auch ab.