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Engler Stefan · Ständerat · 2022-03-03

Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2022-03-03

Wortprotokoll

Ich beantrage Ihnen, die Position 800.A231.0323, "Wildtiere, Jagd und Fischerei", um 5,7 Millionen Franken zu erhöhen, so wie es der Nationalrat bereits beschlossen hat. Worum geht es bei dieser Position? Es geht darum, den Landwirten zu helfen, die der Wolfsproblematik besonders stark ausgesetzt sind und die durch zusätzliche Aufwendungen versuchen, sich so gut wie möglich zu schützen.

Ich lese Ihnen kurz etwas aus der romanischen Tageszeitung "La Quotidiana" von vorgestern vor. Dort heisst es:

(discurra sursilvan) "Ils purs han avunda - alps restan vitas. L'alp da nursas en la Val Frisal na vegn betg chargiada la stad proxima e l'alp da nursas da Tujetsch resta medemamain vita en il 2022. A Breil na pon ils purs betg ademplir las pretensiuns per proteger la muntanera ed en la Val Tujetsch manca il persunal d'alp. Finito cun tratga da nursas", heisst es weiter, oder "las pretensiuns da proteger la muntanera n'èn betg realisablas en ina tala alp spundiva".

Das ist O-Ton von Menschen, die von dieser ganzen Problematik betroffen sind und die sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob sie die Alpen diesen Sommer überhaupt bestossen können oder nicht. Ich glaube, ich muss es nicht übersetzen. Es gibt zwei Betreiber von Alpen, die sich entschieden haben, ihre Alpbetriebe nicht mehr zu bestossen, weil der Aufwand, die Herden zu schützen, einfach zu gross geworden ist. Ein Bauer sagt: "Finito cun tratga da nursas", "Schluss mit der Zucht von Schafen". Die ganze Problematik führt dazu, dass sich für diese Bergbauern dadurch auch existenzielle Fragen ergeben, dass sie nicht mehr in der Lage sind, sich zu wehren.

Vor diesem Hintergrund möchte der Antrag auf eine Erhöhung, die vom Nationalrat bereits angenommen wurde, einen Beitrag dazu leisten, dass die Mehraufwände, die sich durch den Schutz der Nutztiere ergeben, abgegolten werden. Wir wollen die Nutztiere schützen, nicht die Wölfe hüten. Das verlangt zusätzliche Mittel.

Vorhin wurde gefragt, wofür das Geld eingesetzt würde. Es gibt Studien, die klar aufzeigen, dass mindestens die Hälfte des Mehraufwands, der auf die zusätzlichen Schutzmassnahmen zurückzuführen ist, zulasten der Landwirte geht. Dabei geht es vor allem um folgende zusätzliche Arbeiten, die sie zu leisten haben: Zäune müssen immer wieder verlegt werden; Hirtenpersonal muss angestellt werden; Nachtpferche oder Herdenschutzhunde müssen eingesetzt werden. Die Problematik hat sich gegenüber der Situation vor zwei oder drei Jahren insofern noch verstärkt, als nicht nur Schafe betroffen sind. Auch Kälber, Rinder und Kühe werden neuerdings angegriffen, was dazu führt, dass zusätzliche Massnahmen auf den Alpen verlangt werden.

Ich möchte Sie bitten, diesen Antrag anzunehmen, zumal die gesuchte gesetzliche Grundlage zwischenzeitlich gefunden wurde. Diese setzt voraus, dass auch die Kantone einen entsprechenden Beitrag leisten. Ich bin überzeugt davon, dass die betroffenen Kantone da auch mitmachen werden.