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Aebischer Matthias · Nationalrat · 2022-03-08

Aebischer Matthias · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-03-08

Wortprotokoll

Für einmal gebe ich es zu: Ich habe diese Motion weitgehend mit copy-paste einer Motion gemacht, die ich bereits vor zehn Jahren hier in diesem Rat eingereicht habe. Um was geht es? Wir haben in der Schweiz die besten Berufsleute. Aber sie haben nicht die richtigen Titel in ihren Diplomen, damit diese international anerkannt werden. Wenn in Deutschland oder Österreich ein Job als Ingenieur ausgeschrieben wird, dann wird dafür ein Bachelor- oder Masterdiplom verlangt. Die Berufsleute aus der Schweiz, die besser sind als die ausländischen Berufsleute, kommen gar nicht in die Kränze für diesen Job, weil sie eben diesen Titel nicht haben. Noch schlimmer ist es, wenn sie sich hier in der Schweiz auf eine Stelle bei einer grossen Firma bewerben und diese Firma eine HR-Chefin aus dem Ausland hat, welche die Titel der Schweizerinnen und [PAGE 251] Schweizer nicht kennt. Dann kommen sie nicht einmal im eigenen Land in die Kränze.

Das möchte ich ändern. Das wollte ich bereits vor zehn Jahren ändern. Damals hat mir der Bundesrat geantwortet, man sei daran, das System zu klären. Man werde dazu den internationalen Qualifikationsrahmen einbinden. Damit sei das Problem gelöst. Das Problem wurde nicht gelöst. Die Titel sind im Ausland nach wie vor nicht bekannt.

Weshalb habe ich den Vorstoss jetzt noch einmal eingereicht? Es ist ganz einfach: Vor zwei Jahren hat Deutschland sozusagen über Nacht den Professional Bachelor und den Professional Master eingeführt. Das heisst, die Berufsleute in Deutschland, die schlechter ausgebildet sind als die Berufsleute hier in der Schweiz, haben jetzt plötzlich diese Titel, wohlverstanden im Supplement. Vor Kurzem hat auch Österreich gesagt, sie würden den Professional Bachelor und den Professional Master einführen. Unsere Berufsleute in der Schweiz sind benachteiligt, und das kann es nicht sein.

Ich war an verschiedenen Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen mit dabei. Auch beim SBFI fand ein Umdenken statt, zumal auch der Verantwortliche gewechselt hat. Man hat mir erklärt, wenn die Anpassung wirklich nur im Supplement, also im Diplomzusatz, erfolge, dann könne man sich das überlegen.

Der Bundesrat, der für dieses Geschäft verantwortlich ist, ist auch nicht mehr derselbe wie vor zehn Jahren. Ich bin dann gespannt, wie er zur Benachteiligung unserer besten Berufsfachleute steht. Deshalb hoffe ich natürlich, dass wir endlich zum Ziel gelangen und unsere Berufsleute, es geht um die Tertiärstufe B, um Abschlüsse an höheren Fachschulen, einen Schritt weiterkommen. Es kann nicht sein, dass unsere bestausgebildeten Berufsfachleute im Ausland entweder die Stelle nicht bekommen oder, wenn sie sie bekommen haben, weniger Geld verdienen, weil sie keinen Bachelor und keinen Master vorweisen können.

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