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Gadient Brigitta M. · Nationalrat · 2000-03-23

Gadient Brigitta M. · Nationalrat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2000-03-23

Wortprotokoll

Das Internationale Zentrum für Landwirtschaft und Biowissenschaften, das so genannte Cabi, ist eine zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Grossbritannien. Ziel des Cabi ist eine dauerhafte Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen weltweit durch die Verbreitung und Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und durch Forschung in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Gesundheit und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Dabei wird den Bedürfnissen der Entwicklungsländer besonders Rechnung getragen. Die Organisation zählt heute 41 Mitgliedstaaten. Die Schweiz ist als erstes europäisches Nicht-Commonwealth-Land eingeladen worden, der Organisation beizutreten. Dies sicher vorab deshalb, weil sich bereits seit 1948 in der Schweiz - zuerst in Feldmeilen, seit 1958 in Delémont - eines der Forschungsinstitute des Cabi befindet, nämlich das Institut für biologische Schädlingsbekämpfung.

Der biologische Pflanzenschutz ist denn auch eine besondere Stärke des Cabi, sowohl in unseren Breitengraden wie auch in tropischen Regionen. Ein konkretes Beispiel dazu ist die Zusammenarbeit in Afrika. Das Cabi hat dort im Rahmen von "Lubilosa" ein Biopestizid zur Bekämpfung von Heuschrecken entwickelt, das mittlerweile in verschiedenen Ländern Afrikas mit Erfolg eingesetzt wird.

Finanziert wird das Cabi zu 90 Prozent über den Verkauf von Informationsprodukten, Dienstleistungen und über freiwillige Projektbeiträge. Die Mitgliederbeiträge entsprechen total nur 2,5 Prozent des Jahresbudgets von rund 40 Millionen Franken.

Der schweizerische Mitgliederbeitrag beläuft sich auf jährlich gut 100 000 Franken und soll aus dem Budget der Deza beglichen werden, die an der Arbeit des Cabi ein besonderes Interesse hat.

Warum beitreten? Ein Beitritt der Schweiz zum Cabi ermöglicht allen Einzelpersonen und Institutionen in unserem Land einen günstigeren Zugang zu Informationen und Dienstleistungen. Es sind etwa hundert öffentliche und private Organisationen, die diese regelmässig in Anspruch nehmen. Ein Beitritt der Schweiz verstärkt zudem die Forschungszusammenarbeit in der Schweiz und auf internationalem Niveau. Als Mitgliedstaat kann die Schweiz auch an den Versammlungen der Cabi-Beschlussorgane teilnehmen.

1998 haben die eidgenössischen Räte übrigens bereits einstimmig eine Motion Lachat (98.3338) überwiesen, welche den Beitritt zu diesem Zentrum forderte. Sie hielten damals fest, dass der schweizerische Standort einerseits und die regelmässige Zusammenarbeit des Cabi mit der ETH Zürich, den schweizerischen Universitäten und verschiedenen Industriebetrieben andererseits ein stärkeres Engagement des Bundes nahelegten. Die Ausrichtung der Forschungstätigkeit auf die biologische Bekämpfung von Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern liege zudem auf der Linie der schweizerischen Agrarpolitik.

Die WBK hat sich an ihrer Sitzung vom 28. Januar dieses Jahres mit diesem Projekt befasst. In einer eingehenden Diskussion wurde dabei die Bedeutung des Cabi für die schweizerische land- und forstwirtschaftliche Forschung und Lehre betont. Auch die bestehende Zusammenarbeit im Rahmen der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit ist von besonderem Interesse, umso mehr, als die Ziele des Cabi auch den diesbezüglichen Schwerpunkten der Schweiz entsprechen.

Schliesslich entspricht die Aufnahme internationaler Organisationen in unserem Land auch einem nationalen Interesse, beim Cabi ist dies insbesondere auch aus regionalpolitischen Gründen der Fall, beschäftigt es doch zurzeit 17 Angestellte in einer Region, die mit Arbeitsplätzen nicht verwöhnt ist.

Aus all diesen Gründen beantragt Ihnen die Kommission einstimmig und ohne Enthaltungen, den Bundesbeschluss betreffend den Beitritt der Schweiz zum Internationalen Zentrum für Landwirtschaft und Biowissenschaften zu genehmigen und damit den Bundesrat zu ermächtigen, unseren Beitritt zum Übereinkommen zu erklären.