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preparatory:AB 29850

Villiger Kaspar · Bundesrat · Luzern · 2002-12-03

Wortprotokoll

Ich habe den Aussagen von Herrn Lauri eigentlich wenig beizufügen. Die Expo hat stattgefunden, und sie war sehr schön; ich besuchte sie einige Male, Herr Jenny, und ich freue mich, dass es Ihnen auch gefallen hat. Dass wir beide mit einer Milliarde Franken auch etwas zuwege gebracht hätten, nehme ich schon an.

Ich würde aber trotzdem sagen: Wir sind uns natürlich bewusst, dass am Anfang erhebliche Fehler gemacht worden sind. Man hat das, glaube ich, Schritt für Schritt verbessert und organisatorisch in den Griff gekriegt. Was geblieben ist: Man hat das Sponsoring überschätzt. Das geschah vielleicht in einer Euphorie, davon nehmen ich mich nicht aus. Ich habe damals auch gedacht - ohne es zu vertiefen -, das müsste eigentlich möglich sein.

Wenn man nur die Kosten anschaut, stelle ich auch fest, dass man sich sehr genau an den Kostenrahmen gehalten hat. Das ist eigentlich eine beachtliche Managementleistung. Sie wissen als Unternehmer, Herr Jenny, dass die Einnahmen natürlich sehr viel schwieriger abzuschätzen sind. Da hat man sich wahrscheinlich gedacht, es kämen mehr Besucher zum vollen Eintrittspreis und weniger mit einem Abendticket zu 10 Franken.

Bezüglich der Beteiligung der Wirtschaft ist es nachträglich auch falsch, über die Wirtschaft zu schimpfen, wie das hin und wieder getan worden ist. Wenn man die Beteiligung nämlich mit ausländischen Anlässen vergleicht, stellt man fest, dass die Schweizer Wirtschaft in Prozenten gerechnet doch recht viel gegeben hat. Aber man hat sich hier irgendwelchen Illusionen hingegeben. Jedoch glaube ich nicht, dass das jemand bewusst getan hat.

Es ist trotzdem unangenehm, was jetzt kommt: Man sagt mir, dass sich die Rückbaukosten etwa auf 107 Millionen Franken belaufen. Das muss man jetzt bereinigen. Sie haben erwähnt, es würde sich um kleine Handwerker handeln, die nicht bezahlt würden: Das können wir selbstverständlich nicht zulassen! Wir haben auch, glaube ich, früh genug Transparenz geschaffen. Wir glaubten zuerst, wir kämen mit 50 Millionen Franken durch. Dann kamen jedoch die neuesten Rechnungen, worauf wir kurz überlegt haben, ob wir den Nachtrag nächstes Jahr einbringen sollen. Wir haben aber gesagt: Nein, das ist nicht korrekt, wir wollen, wenn wir es schon wissen, keine Salamitaktik anwenden und wollen den vollen Betrag angeben. Deshalb haben wir einen Verpflichtungskredit über 90 Millionen Franken eingefügt - 80 Millionen Franken im nächsten und 10 Millionen Franken im übernächsten Jahr.

Die Finanzkontrolle hat uns zumindest bestätigt, dass das Werte sind, die ausreichen sollten. Sie wissen, dass der eigentliche Ausgabenüberschuss nun auf rund 563 Millionen Franken berechnet worden ist. Die Garantiesumme des Bundes ist etwa gleich hoch. Das ist selbstverständlich das, was darüber hinaus nicht geplant war. Dazu müssen wir stehen, dass das so nicht erwartet war, dass das nicht besonders angenehm war, dass hier Fehler passiert sind.

Ich kann die Frage von Herrn Brändli, wo genau wer welche Untersuchungen macht, nicht beantworten. Das soll man kritisieren, aber man soll nicht nachträglich die Freude am guten Anlass noch vergällen. Er hat nun einmal stattgefunden. Die Defizite werden sich aus unserem Bewusstsein langsam entfernen. Wir haben die früheren nämlich auch vergessen. Wir beide werden wahrscheinlich in zwanzig Jahren sagen: Wie war das auch schön! Ich sage das heute schon, aber dann werde ich es noch mehr sagen.