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Baumann Kilian · Nationalrat · 2022-05-11

Baumann Kilian · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2022-05-11

Wortprotokoll

Der Markt mit pflanzlichen Fleischersatzprodukten hat ein enormes Potenzial, in der Schweiz und in ganz Europa. In der Schweiz wuchs der Absatz dieser Produkte in den letzten Jahren jährlich um durchschnittlich 18 Prozent. Dabei ging es nicht um den altbekannten, aus Soja hergestellten Tofu. Mittlerweile gibt es ein breites Sortiment an Produkten, die auch auf der Basis von Weizen- oder Erbsenproteinen hergestellt werden.

Diese Produkte erfreuen sich bei den Konsumenten und Konsumentinnen immer grösserer Beliebtheit. Im Detailhandel werden die Regale mit pflanzlichen Alternativen und Ersatzprodukten immer länger und das Angebot immer vielfältiger. Denn nicht nur die Konsumentinnen und Konsumenten sind auf den Geschmack gekommen, auch die Lebensmittelindustrie hat das grosse Potenzial dieses Markts erkannt. Die grossen Konzerne sind stark am Markt präsent und investieren zunehmend in die Entwicklung neuer Produkte. Auch Start-ups und KMU aus der Schweiz sind in der Entwicklung von neuen Herstellungsverfahren und in der Produktion von neuen Fleischersatzprodukten aktiv.

Doch der Blick ins Ladenregal zeigt, dass der grösste Teil dieser Produkte und der verarbeiteten Rohstoffe importiert wird. Dabei hätte die hiesige Entwicklung und Produktion dieser Produkte ein enormes Potenzial für den Innovations- und Produktionsstandort Schweiz, und der Anbau der pflanzlichen Proteinquellen würde der Landwirtschaft neue Möglichkeiten in einem wachsenden Markt eröffnen.

Im Sinne des Klimaschutzes und auch der Gesundheitsförderung muss die pflanzliche Produktion und Ernährung gestärkt und gefördert werden. Pflanzliche Fleischersatzprodukte bieten sich dabei besonders an, denn sie bieten eine einfache Alternative zu Fleisch, insbesondere zu verarbeiteten Produkten wie Chicken Nuggets, Döner oder Hamburger.

Die Alternativen zu diesen Produkten, neuerdings insbesondere aus Erbsen- oder Weizenprotein hergestellte Ersatzprodukte, sind in Geschmack, Aussehen und Konsistenz fast nicht von den tierischen Pendants zu unterscheiden. Sie erfüllen die Anforderungen an eine gesunde, ausgewogene Ernährung und sind auch einfach zuzubereiten. Fleischersatzprodukten kommt damit eine besondere Rolle bei der Förderung der pflanzlichen Ernährung zu, indem sie eine Umstellung unserer Essgewohnheiten hin zu vermehrt pflanzlicher Nahrung erleichtern.

Der Bund soll deshalb die Bevölkerung, aber vor allem auch die Gastronomie, vermehrt auf das vielfältige Angebot von pflanzlichen Ersatzprodukten aufmerksam machen. Gleichzeitig soll er die Konsumentinnen und Konsumenten für die gesundheitlichen und ökologischen Vorteile einer vermehrt pflanzlichen Ernährung sensibilisieren. Zudem soll der Bund im Rahmen der Agrarpolitik die Mittel für die Absatzförderung vermehrt für die Absatzförderung von pflanzlichen Proteinquellen und somit auch von Fleischersatzprodukten einsetzen.

Schliesslich soll die Innovation und Entwicklung im Bereich der pflanzlichen Fleischersatzprodukte im Rahmen der KMU-Politik und der Innovationsförderung stärker berücksichtigt und gezielt unterstützt und gefördert werden. Hier, in einem wichtigen Zukunftsmarkt, droht die Schweiz den Anschluss zu verpassen. Mit einer Entwicklungs- und Innovationsförderung im Bereich der pflanzlichen Fleischersatzprodukte können wir den Produktionsstandort Schweiz in einem zukunftsträchtigen Markt längerfristig stärken. So können Schweizer Unternehmen ihre Produkte und Innovationen im wachsenden und international stark umkämpften Markt positionieren.

Aus diesen Gründen bitte ich Sie, die Motion zu unterstützen.