Lexipedia

Sauter Regine · Nationalrat · 2022-06-01

Sauter Regine · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2022-06-01

Wortprotokoll

Die Corona-Krise hat es leider nur allzu deutlich gemacht: In Bezug auf die Digitalisierung besteht im Gesundheitswesen in der Schweiz noch grosses Potenzial, um es einmal nett zu formulieren. Um einen Teilbereich davon geht es bei meiner Motion.

Bisher gibt es in der Schweiz weder eine gesetzliche Verpflichtung noch Anreize für den Gebrauch von elektronischen Rezepten, den sogenannten E-Rezepten. Vielmehr sind handschriftliche Rezepte, die zudem oft noch per Fax verschickt werden, weitverbreitet. Dabei führt nicht nur die teils unleserliche Handschrift des ausstellenden Arztes oder der ausstellenden Ärztin zu unnötigen Fehlern und gefährdet die Sicherheit von Patientinnen und Patienten, sondern handgeschriebene Rezepte verursachen auch intensive Nachfragen und damit vermeidbare medizinische Folgekosten.

Pro Jahr werden über 20 Millionen Rezepte ausgestellt. Grundsätzlich, das muss man einfach sagen, sind deren Inhalte standardisierbar. Die technologischen Voraussetzungen, um solche Rezepte elektronisch ausstellen zu können, wie z. B. die eindeutige Identifizierung des Rezeptinhabers oder die einmalige Einlösung des Rezeptes, sind vorhanden; die IT-Industrie bietet bereits sichere Lösungen an.

Die Einführung von E-Rezepten respektive die elektronische Verschreibung von Medikamenten wäre ein zentraler Treiber der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Damit Medienbrüche aber verhindert werden können, braucht es eine flächendeckende Einführung von E-Rezepten. Daher sollen mit der vorliegenden Motion Ärztinnen und Ärzte verpflichtet werden, Rezepte für Heilmittel grundsätzlich digital auszustellen.

Das digitale Rezept weist verschiedene Vorteile auf. Mit hohen Anforderungen an die Datensicherheit und die Identifikation oder Authentifikation der Leistungserbringer und der Patientinnen und Patienten können Rezeptfälschungen und nicht erlaubte Mehrfacheinlösungen ausgeschlossen werden. Durch die erleichterte Lesbarkeit des E-Rezeptes wird das Risiko von Fehlmedikationen vermindert und damit verbundene Folgekosten reduziert sowie letztendlich die Patientensicherheit erhöht.

Es versteht sich von selbst, dass dabei die Berücksichtigung der unterschiedlichen digitalen Kompetenzen von Patientinnen und Patienten zentral ist. Gerade betagte Menschen werden hier nicht den gleichen Zugang haben wie junge. Es ist deshalb auch mit einer angemessenen Alternative zum digitalen Rezept in Papierform zu arbeiten. Diese Alternative ist jedoch so auszugestalten, dass Medienbrüche so gering wie möglich gehalten werden können.

Aus all diesen Gründen soll der Bundesrat mit meiner Motion beauftragt werden, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit Rezepte für Heilmittel grundsätzlich elektronisch ausgestellt und digital übertragen werden müssen.

Ich bitte Sie, dieses Anliegen ebenfalls zu unterstützen.