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Beerli Christine · Ständerat · 2002-12-11

Beerli Christine · Ständerat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2002-12-11

Wortprotokoll

Eigentlich wollte ich mich darauf beschränken, etwas zum Aspekt der Milch zu sagen, aber die beiden letzten Voten haben mich nun doch noch dazu gebracht, die Sicht der Konsumentin einzubringen. Wir haben bis anhin die Auffassung der Landwirte, der Viehhändler, der Importeure gehört, und ich muss Ihnen sagen: Mir ist als Konsumentin immer wieder aufgefallen, dass wir in der Schweiz sehr hohe Fleischpreise bezahlen. Das kommt nicht von nichts. Die meisten Einkäufe, die grenzüberschreitend im Ausland erfolgen, sind Fleischkäufe. Wir haben als Konsumenten nichts davon gemerkt, dass die Produzenten in diesem Land ständig sinkende Fleischpreise haben. Ich weiss, dass die Bauern am Fleisch nichts verdienen; die Preise sinken. Aber das hat nicht auf die Konsumentenpreise durchgeschlagen. Das Fleisch, das wir einkaufen, ist immer ganz genau gleich teuer; es wird nicht billiger.

Etwa 90 bis 95 Prozent des Fleisches, das in diesem Land konsumiert wird, ist Schweizer Fleisch. Importe haben wir - je nachdem, ob es sich um Geflügel, Lamm oder Rindfleisch handelt - zwischen 5 und etwa 40 Prozent. Beim Geflügel ist der Anteil am grössten. Daran wird sich mit der Versteigerung der Kontingente nichts ändern. Ich möchte der Angst entgegentreten, die immer wieder geschürt wird, wir würden, wenn wir die Kontingente versteigerten und nicht mehr an die Inlandabnahme bänden, mehr Importe haben. Dem ist nicht so. Die Kontingente bleiben genau gleich hoch. Wir werden nach wie vor 90 Prozent Inlandfleisch konsumieren, und wir sprechen heute also nur über 5 bis 10 Prozent der konsumierten Menge.

Der Konsumwert des Fleisches, das wir in der Schweiz konsumieren, beträgt in etwa 6 Milliarden Franken. Die nachgelagerten Bereiche - Verarbeitung und Handel - machen davon 3,5 Milliarden Franken aus. Es sind nicht die Produzenten, es sind nicht die Bauern, es sind die nachgelagerten Betriebe, also Handel und Verarbeitung, die von diesen 6 Milliarden Franken 3,5 Milliarden abschöpfen. Wenn man hier nur - der Präsident der Kommission hat es schon gesagt - eine Margenreduktion von 5 Prozent erreichen würde, dann würden wir 175 Millionen Franken einsparen. Wir könnten das auf die Preise der Konsumenten umlegen und hätten vielleicht endlich einmal etwas weniger teures Fleisch in diesem Land.

Ich möchte noch einem Argument entgegentreten, weil es mich auch persönlich betrifft. Ich habe etwas gegen Oligopole; ich finde sie schlecht. Ich wäre empfänglich für das Argument, die Versteigerung würde dazu führen, dass plötzlich nur noch zwei Importeure in diesem Land wären. Dem ist aber nicht so. Wir haben jetzt ein Oligopol.

Mit der Inland-Abnahmeverpflichtung haben wir - der Präsident hat es schon gesagt - nur zwei Importeure beim Geflügel. Es sind die beiden Grossen, Coop und Migros; Sie wissen es. Wir haben drei Importeure bei den Rindsbinden - das ist das andere grosse Importgeschäft -, und wir haben acht Importeure beim Schweinefleisch.

Wir haben also jetzt ein Oligopol. Man kann uns nicht weismachen, dass die Versteigerung zu einem Oligopol führen würde; sie kann nur zu einer Verbesserung führen. Dies gilt namentlich dann, wenn man merkt und weiss, dass die Versteigerung bei den italienischen Spezialitäten und beim Trockenfleisch vor etwa vier, fünf Jahren eingeführt worden ist und dass seither die Zahl der Importeure zugenommen hat. Es gibt heute mit dem Versteigerungssystem wesentlich mehr Importeure als vorher. Und die Preise sind im Rahmen geblieben, sie sind sogar etwas gesunken. Das ist die einzige Fleischkategorie, in der die Preise etwas gesunken sind.

Ich bitte Sie also, sich der Mehrheit anzuschliessen.

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