preparatory:AB 302891
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2022-06-13
Wortprotokoll
Wer heute eine Hypothek auf ein Eigenheim aufnimmt, muss 10 Prozent eigenes Kapital einbringen, das nicht aus der zweiten Säule stammt. Die Motion will diesen Eigenanteil abschaffen. Das würde heissen, dass man eine Hypothek aufnehmen könnte, dass man sich ein Haus leisten könnte, ohne einen Franken Eigenkapital aufzubringen. Man könnte alles über den Vorbezug der zweiten Säule und über Kredite finanzieren. Das, meinen wir, ist ein Anreiz, den man nicht setzen sollte. Wir sind der Meinung, [PAGE 485] dass diese 10 Prozent Eigenkapitalanteil beibehalten werden sollten und dass diese Motion zu weit geht.
Auch wenn der Bundesrat grundsätzlich den Erwerb von Wohneigentum unterstützt, geht diese Motion in eine Richtung, die für die Betroffenen gefährlich werden kann. Selbst wenn man argumentiert, dass Liegenschaften immer an Wert gewinnen, ist der Erwerb einer Liegenschaft ohne einen Franken Eigenkapital doch ein Anreiz, den man so nicht setzen sollte.
Ich bitte Sie ebenfalls, wie es Ihre Kommissionssprecherin getan hat, diese Motion nicht anzunehmen. Sie schafft keinen Mehrwert, sondern könnte allenfalls, wenn Leute in Versuchung kommen, eine Hypothek aufzunehmen, ohne Eigenkapital aufzubringen, das nicht aus der zweiten Säule stammt, längerfristig Unsicherheit schaffen. Mit einem Eigenanteil von 10 Prozent sind wir in einem Bereich, der den Erwerb von Wohneigentum selbstverständlich nicht für alle möglich macht, aber doch für einen Teil. Das Einschiessen der Mittel aus der zweiten Säule richtet sich nach dem BVG. Das ist dort entsprechend geregelt. Doch diese Motion geht aus unserer Sicht zu weit.