Huber Alois · Nationalrat · 2022-09-20
Huber Alois · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2022-09-20
Wortprotokoll
Vorab möchte ich für jene, die sie nicht kennen, meine Interessenbindung bekannt geben: Ich bin seit bald dreissig Jahren Biolandwirt.
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was ich hier sagen will. Ich gehe eigentlich nicht direkt auf diese Initiative ein, sondern möchte einmal den Standpunkt von uns Bauern erklären. Seit 1992 scheiden wir Biodiversitätsflächen aus. Zuerst waren es 7 Prozent, dann wurden es immer mehr, heute sind wir bei 19 Prozent. Und was passiert? Die Biodiversität wird nach Angaben von Fachspezialisten immer kleiner. Ich frage Sie: Was läuft hier falsch? Ich frage Sie auch: Was machen Sie für die Biodiversität? Mit dem Bike im Wald herumzufahren, in der Nacht im Wald oder entlang der Felder spazieren zu gehen - fördert das die Biodiversität? Fördert die nächtliche Beleuchtung in unseren Dörfern[NB]die[NB]Biodiversität?[NB]Machen wir jetzt hier nicht wieder etwas Falsches?
Jetzt hat man im indirekten Gegenvorschlag festgelegt, dass es 17 Prozent Biodiversitätsfläche brauche. Ja, hallo, wir haben 19 Prozent! Was machen wir jetzt? Wir rechnen die Sömmerungsflächen nicht an, wir rechnen die Wiesen der Qualitätsstufe I nicht an, nur damit das Gewissen von einigen Leuten reingewaschen ist. Nehmen Sie doch selbst den Spiegel in die Hand und schauen Sie, was Sie für die Ökologie, für die Biodiversität machen können. Es nützt nichts, wenn wir 100 Prozent Biodiversitätsfläche schaffen, wenn die Hunde in unseren Biodiversitätsflächen spazieren gehen und es Lärm gibt. Was bringt uns das? Es bringt uns nichts.
Ich bitte Sie, schauen Sie selber in den Spiegel und machen Sie die Biodiversität zu Ihrer Aufgabe.