Sommaruga Simonetta · Bundesrat · 2022-09-27
Sommaruga Simonetta · Bundesrat · Bern · 2022-09-27
Wortprotokoll
Wir nehmen dieses Anliegen von Frau Ständerätin Thorens Goumaz sehr gerne auf. Es ist ja auch sehr vieles in Bewegung. Ich glaube, vor drei Wochen hat die Mobility-Genossenschaft eine ganze Reihe von solchen bidirektionalen Fahrzeugen eingesetzt und will hier wirklich in der Praxis aufzeigen, dass der Einsatz solcher Fahrzeuge oder eben auch die V2X-Technologie etwas bringt und zur Netzstabilisierung in unserem Land beitragen kann.
Sie haben es erwähnt, Frau Ständerätin: Mehr als ein Viertel der Neuwagen sind heute elektrisch angetrieben, die Tendenz steigt nach wie vor. Prognostiziert ist, dass im Jahr 2030 bis zu einer Million Elektrofahrzeuge auf unseren Strassen sind. Den allergrössten Teil der Zeit werden die Fahrzeuge ja gar nicht gebraucht, sondern stehen irgendwo herum. Deshalb kann auch nur ein Bruchteil dieser Fahrzeuge bereits netzdienlich zur Verfügung gestellt werden. Zum Beispiel kann ein Teil des mittäglichen Fotovoltaik-Überschusses in den Autobatterien zwischengespeichert und dann in den Abendstunden genutzt werden. Es gibt hier also sehr interessante Entwicklungen und Modelle.
Deshalb sind wir der Meinung, dass es sich lohnt, das wirklich in einem Bericht anzuschauen, gerade wenn zum Beispiel dann die Einbindung ins Heimnetz oder im geschlossenen Areal noch gut funktioniert. Ich denke, da kann man sehr viel machen. Der Anschluss ans öffentliche Verteilnetz ist etwas komplizierter, da müssten dann verschiedene Akteure zusammenspielen. Die Erhöhung des Eigenverbrauchs steht dann im Unterschied zum privaten Gebrauch nicht mehr im Vordergrund. Das netzdienliche Zurverfügungstellen der Batterie muss dann auch entschädigt werden. Dafür braucht es Anreize, die Wirtschaftlichkeit ist nicht a priori gegeben.
Wir wollen im Rahmen dieses Berichtes aufzeigen, auf welchen Netzebenen die durch "vehicle to grid" ermöglichte Flexibilität am besten genutzt werden kann. Es soll auch abgeklärt werden, ob allenfalls regulatorische Anpassungen notwendig sind, wenn das Auto wirklich zu einem Player im Energiesystem wird. Einhergehend mit dem Boom der Elektromobilität wird zurzeit auch die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut. Ich erwähne das hier, weil man da jetzt möglichst schnell abklären muss, inwieweit die Elektromobilität netzdienlicher ins System eingebunden werden kann, um sicherzustellen, dass dann die richtige Ladetechnologie verbaut und gefördert wird. Da gibt es einen ganz engen Zusammenhang.
In diesem Sinne, denke ich, kann der Bericht, den dieses Postulat jetzt auslöst, viele wichtige Fragen klären, damit wir auf dem Weg, auf dem wir uns ja bereits befinden, auch die richtigen Weichenstellungen vornehmen.