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Dittli Josef · Ständerat · 2022-09-27

Dittli Josef · Ständerat · Uri · FDP-Liberale Fraktion · 2022-09-27

Wortprotokoll

Der Verkehr am Gotthard hat dieses Jahr um 30 Prozent zugenommen. Die Kantonsstrasse ist praktisch zur Alternative zur Autobahn verkommen. So, wie es dieses Jahr gelaufen ist, kann es nicht weitergehen. Es ist eine Zumutung, und es ist klar Handlungsbedarf gegeben.

Ich möchte aber hier auch klar zum Ausdruck bringen: Das ASTRA und Herr Röthlisberger persönlich engagieren sich zusammen mit den Urner Behörden sehr dafür, dass dieser Zustand entschärft werden kann. Das weiss ich sehr zu schätzen; das gilt es hier drin auch zu sagen. Auch die runden Tische, der Einbezug aller Betroffenen, sind ein guter Weg.

Nur, das Problem, das jetzt besteht, ist die Dringlichkeit. Ich weiss, es gibt eine Massnahme, mit der man die Situation massiv entschärfen kann. Das ist die Verlängerung der Autobahnausfahrt Göschenen bis nach Wassen. Dieses Projekt besteht, ich habe mit Herrn Röthlisberger auch darüber gesprochen. Es ist sauber aufgegleist, es wird bis Mitte 2023 aufgelegt, es benötigt offenbar bauliche Massnahmen, und es wird dann halt 2024, bis es baulich umgesetzt ist. Doch ich frage mich hier schon: Ist es wirklich nicht möglich, jetzt sofort mit einem Provisorium oder einem Pilotprojekt zu beginnen?

Ich fahre ab und zu ins Tessin, mit dem Auto und mit dem Zug, und ich bin auch schon bei Stau zurückgefahren. Das habe ich erst kürzlich im Tessin erlebt. Ich wollte bei Quinto von der Autobahn weg und über den Gotthard zurück. Bei Quinto wurde ich wieder auf die Autobahn gelenkt, mit dem Hinweis, dass man jetzt den Pannenstreifen zu einer verlängerten Ausfahrt umfunktioniert habe. Also bin ich weitergefahren und wurde über den Pannenstreifen elegant am ganzen Stau vorbei - es war noch ganz interessant, wie das bei der Autobahnraststätte Stalvedro gelöst wurde - über die Ausfahrt Airolo direkt auf die Gotthard-Passstrasse gelenkt.

Das hat hervorragend funktioniert. Im Tessin ist das relativ speditiv gegangen, das provisorische Regime wurde innerhalb weniger Wochen auf die Beine gestellt. Ich wünsche mir wirklich, dass das ASTRA hier zusammen mit den anderen Behörden ebenfalls für eine Lösung sorgt, sodass die Ausfahrt Göschenen bis nach Wassen runtergezogen werden kann. Damit hätte man erstens Wassen vom Verkehr weg, zweitens könnte man all jene, die halt trotzdem von unten über die Kantonsstrasse hochfahren, bei Wassen wieder auf die Autobahn lenken. Damit könnte man das Problem schnell und massgeblich entschärfen.

Die zweite Massnahme, die man noch treffen könnte, ist jene, von der ich meine, dass man sie mit etwas mehr Nachdruck vorantreiben sollte: die Bewirtschaftung der Autobahnausfahrten. Fakt ist, dass Wohnwagen, Autocars usw. ab drei [PAGE 937] oder vier Kilometer Stau entweder in Amsteg oder in Erstfeld oder sogar ab der Nordausfahrt Flüelen von der Autobahn und frisch-fröhlich mit ihren Gefährten über die Kantonsstrasse fahren und diese dabei als Transitroute nutzen, um eben nicht in den Stau zu geraten und möglichst schnell nach Süden zu kommen. Das führt dann zu den Problemen, die meine Kollegin Heidi Z'graggen aufgezeigt hat.

Man hat nun damit begonnen, diese Autobahnausfahrten zu bewirtschaften. Das ist grundsätzlich ein guter Weg. Hier wünschte ich mir jedoch, dass man das noch mit etwas mehr Nachdruck verfolgen würde und dass man wirklich nur jene, die von einer Autobahn fahren müssen, weil sie z. B. in den Kanton Uri, über den Sustenpass oder dergleichen müssen, von der Autobahn fahren liesse und dass man alle Leute fragte, wohin sie führen. Wer nicht sauber belegen könnte, dass er wirklich von der Autobahn fahren muss, hätte wieder auf die Autobahn gelenkt zu werden. Es kann doch nicht sein, dass die Kantonsstrasse zur Alternativroute für die Autobahn wird!

Ich weiss, dass das Ganze nicht so einfach ist. Trotzdem bitte ich hier einfach auch das ASTRA darum, Frau Bundesrätin, dieser Dringlichkeit noch etwas mehr Beachtung zu schenken. Ich weiss, dass die Leute daran arbeiten, und ich möchte dem ASTRA und Herrn Röthlisberger auch noch einmal ein Kränzchen winden. Aber bitte nehmen Sie dieses dringliche Signal der Urner Bevölkerung auf, und leisten Sie Ihren Beitrag dazu, damit diese Situation verbessert werden kann.