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Aeschi Thomas · Nationalrat · 2022-12-01

Aeschi Thomas · Nationalrat · Zug · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2022-12-01

Wortprotokoll

Wie es eben vom Präsidenten erwähnt wurde, erlaube ich mir, auch gleich für die SVP-Fraktion zu sprechen. Dieser letzte Block ist der wichtigste Block in dieser Verfassungsvorlage. Es geht hier grundsätzlich um die Frage: Wie soll der Rohertrag dieser neuen Steuer verteilt werden, zu 75 Prozent für die Kantone und zu 25 Prozent für den Bund oder zu je 50 Prozent?

Ich möchte hier gerne aus zwei Schreiben zitieren. Das erste Schreiben stammt von der Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren vom 8. November: "Die FDK unterstützt die Aufteilung der Einnahmen aus der Ergänzungssteuer mit 75 Prozent für die Kantone und 25 Prozent für den Bund. Wir bitten Sie, in diesem Punkt [...] dem Bundesrat und dem Ständerat zu folgen. Der FDK-Vorstand erachtet namentlich den Entscheid Ihrer Kommission für die Einführung einer Obergrenze für den Anteil eines Kantons an der Ergänzungssteuer aus den folgenden Gründen als sehr problematisch: Eine Obergrenze würde ein zusätzliches interkantonales Umverteilungsinstrument einführen, ohne die Gesamtsicht des Finanzausgleichs im Auge zu behalten. Die Frage des Abbaus interkantonaler Disparitäten muss über das System des Ressourcenausgleichs angegangen und die Auswirkungen sollen gesamthaft im Rahmen des sogenannten NFA-Wirksamkeitsberichtes untersucht werden. Ein grösserer Bundesanteil sowie eine Obergrenze schmälerten nicht nur die Mittel ressourcenstarker Standortkantone, sondern würden voraussichtlich auch zu einem geringeren Umverteilungsvolumen zugunsten ressourcenschwacher Kantone führen. Der Anreiz für die Kantone, in den Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit für grosse Unternehmensgruppen zu investieren, würde zusätzlich geschmälert. Dies liegt weder im Interesse der Kantone noch des Bundes, da von der Attraktivität einzelner Kantone auch die Bundesfinanzen profitieren." Das war das erste Schreiben, jenes der Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren.

Und dann zitiere ich, vor allem für die Romands, die noch im Saal sind, gerne noch aus einem Schreiben der Conférence latine des directeurs cantonaux des finances (CLDF), in der die acht Kantone Bern, Freiburg, Tessin, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura vertreten sind. Das Schreiben stammt vom 28. November 2022.

"La Conférence latine des directrices et directeurs cantonaux des finances (CLDF) soutient cette réforme. S'agissant du partage des recettes supplémentaires découlant de l'impôt complémentaire, la CLDF est en faveur d'une clé de répartition attribuant 75 pour cent de recettes additionnelles aux cantons concernés et 25 pour cent à la Confédération.

Ainsi, la CLDF partage le point de vue du Conseil fédéral, du Conseil des Etats et de la CdF. Nous vous invitons également à vous rallier à cette position et à renoncer à répartir ces recettes pour moitié entre la Confédération et les cantons avec un plafond par habitant. En effet, cette répartition retenue par la Commission de l'économie et des redevances du Conseil national pose les problèmes suivants.

Tout d'abord, l'introduction d'un plafond signifierait la mise en oeuvre d'un nouvel instrument de redistribution intercantonale ne tenant globalement pas compte du système de la péréquation financière (RPT). Or, ce nouvel instrument n'a pas de raison d'être, puisque 1. les recettes des cantons seront prises en compte à titre de recettes fiscales supplémentaires dans le cadre de la RPT et 2. le rapport 2026-2029 sur l'évaluation de l'efficacité examinera cette question et, le cas échéant, proposera l'adaptation.

Par ailleurs, il faut relever qu'en cas de répartition trop favorable à la Confédération, les cantons pourraient fortement envisager d'augmenter leur taux d'imposition cantonal pour atteindre un taux de 15 pour cent afin de conserver les recettes fiscales supplémentaires liées à la réforme de l'OCDE. Une telle augmentation aurait un impact négatif sur l'attractivité de la Suisse. En effet, dans ce cas, en raison de l'assiette imposable déterminée selon les règles de l'OCDE, il est probable, voire certain, que les entreprises concernées par cette réforme soient au final certaines années imposées en Suisse sur un taux effectif d'imposition possiblement bien supérieur à 15 pour cent. Une telle augmentation pourrait priver la Confédération et les cantons peu concernés par la réforme de tout impôt complémentaire. Il nous paraît essentiel que les cantons disposent des moyens nécessaires pour maintenir leur compétitivité dans la mesure où leur attractivité sert également les finances fédérales." [PAGE 2063]

Ich habe Ihnen jetzt also aus zwei Schreiben zitiert: einerseits aus dem Schreiben der Finanzdirektorenkonferenz, andererseits aus dem Schreiben der Conférence latine des directeurs cantonaux des finances. Beide sagen das Gleiche: Sie warnen eindringlich davor, einen 50/50-Schlüssel zu beschliessen. Denn die Folge davon wäre, dass die betroffenen Kantone ihre Steuersätze auf 15 Prozent anheben würden. Wer würde darunter leiden? Die kleinen und mittleren Firmen würden darunter leiden, da sie in den betroffenen Kantonen entsprechend höhere Steuern bezahlen müssten. Ausserdem - das will ja die Linke - würde der Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen ein Stück weit ausgehebelt. Diesen Steuerwettbewerb hat die Mitte-Fraktion in der Vergangenheit immer hochgehalten.

Ich komme nun zu den verbleibenden Minderheiten. Auf Seite 9 der Fahne finden Sie eine Minderheit von mir. Sie beantragt, dass dem Parlament zusammen mit der Gesetzesvorlage zur Umsetzung der Verfassungsänderung auch eine Anpassung des Bundesgesetzes über den Finanz- und Lastenausgleich vorgelegt wird. Wenn man nämlich jetzt ein neues, NFA-ähnliches Umverteilungsgefäss schafft, müsste man das zusammen mit dem bestehenden NFA-Umverteilungsgefäss anschauen und nicht losgelöst davon.

Schliesslich liegt ein Minderheitsantrag Müller Leo vor. Diesen Antrag bitte ich Sie namens der SVP-Fraktion abzulehnen. Es ist Sache der Kantone, zu bestimmen, wie der jeweilige kantonale Ertrag innerhalb des Kantons verteilt wird.

Dann gibt es drei Anträge von Links-Grün: die Minderheitsanträge Birrer-Heimo, Badran Jacqueline und Ryser. Auch diese bitte ich Sie abzulehnen.