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Schmid Samuel · Bundesrat · 2003-03-10

Schmid Samuel · Bundesrat · Bern · 2003-03-10

Wortprotokoll

Der Bundesrat freut sich selbstverständlich über die ausserordentlichen Leistungen des Alinghi-Teams, und es war ja bereits heute Nachmittag Gegenstand besonderer Fragestellungen. Der Sieg im America's Cup ist auch ein Beispiel für die innovative und kreative Schweiz und bekräftigt unseren Ruf als "Segelnation" zweifellos. Der Bundesrat ist aber für die sportlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Belange dieser privaten Veranstaltung nicht verantwortlich; wir kennen keinen Staatssport. Deshalb beschränken wir uns auf die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen, guten Voraussetzungen, einem Klima, in dem solche Leistungen gedeihen können. Aber es ist uns fern, den Verfassungsauftrag zu verlassen und eigentlichen Staatssport zu betreiben.

Trotzdem darf ich einige Überlegungen machen: Datum und Ort der nächsten Austragung stehen noch nicht fest. Den Entscheid wird das Alinghi-Team noch vor Ende dieses Jahres fällen. Eine Austragung in der Schweiz ist aus folgenden Gründen unseres Erachtens nicht zu erwarten.

1. Die Tradition und das Reglement des America's Cup: Auch wenn Alinghi mit dem am 4. März 2003 vorgestellten Reglement zur nächsten Austragung des America's Cup einige wertvolle Neuerungen eingebracht hat - eine Regel soll nicht verändert werden: Der America's Cup wird auf dem Meer gesegelt.

2. Die Windverhältnisse: Es ist den Verantwortlichen von Alinghi ein Anliegen, den nächsten America's Cup in Gewässern durchzuführen, die sehr konstante Windverhältnisse bieten, damit täglich gesegelt werden kann. In Auckland war dies nur an 47 von 73 vorgesehenen Tagen möglich. Die Windsicherheit der Schweizer Seen ist leider noch weniger hoch als die Windsicherheit in Auckland.

3. Die Platzverhältnisse: Unterschätzen Sie sie nicht. Der Urnersee und die Engadiner Seen sind für America's-Cup-Regatten schlicht zu klein; bei Bodensee und Genfersee stellt sich das Platzproblem in erster Linie am Ufer. Es gibt keinen Hafen, der genügend Raum für die Bootsbasen der neun Syndikate stellen könnte.

Deshalb bin ich gezwungen, diese doch etwas ernüchternde Antwort zu geben.