Studer Lilian · Nationalrat · 2022-12-06
Studer Lilian · Nationalrat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2022-12-06
Wortprotokoll
Geschätzter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, geschätzter Herr Bundesrat; geschätzter Herr Botschafter, Sie sind ja neu bei uns in der Schweiz, herzlich willkommen bei uns mit Ihrer Delegation!
Als Instrument der Landeskommunikation sind Weltausstellungen eine gute Plattform. Ende März 2022 ging die Weltausstellung mit Schweizer Beteiligung in Dubai zu Ende. In drei Jahren, also 2025, soll die nächste Weltausstellung nun in Osaka, Japan, auch mit unserer Beteiligung stattfinden.
Beide Weltausstellungen wurden in der WBK-N Anfang September angeschaut. Es wurde somit Revue passiert, was wichtig war, um auch die vorliegende Botschaft zu behandeln. Aufgrund mangelnder Zeit gehe ich gleich auf die Weltausstellung in Japan ein. Bis heute haben sich schon 130 Länder und 8 internationale Organisationen zur Teilnahme angemeldet. Das Budget der Veranstalter sieht etwa 150 Länder und 25 Organisationen vor. Die Themenwahl betrifft Innovation, Nachhaltigkeit, Mensch, Roboter und Zukunft.
Der Schweizer Pavillon ist mit etwa 900 Quadratmetern Fläche angedacht. In Dubai hatten wir 2500 Quadratmeter. Die Fläche in Osaka beträgt also etwas mehr als einen Drittel der Fläche in Dubai. Das hat auch mit den Mitteln zu tun, die Fläche ist in Japan teurer. Somit wird der Schweizer Auftritt ganz anderer Natur sein als in Dubai.
Das Budget ist knapp höher als für Dubai und trotzdem tiefer als damals für Shanghai oder Mailand mit je rund 24 [PAGE 2160] Millionen Franken. Heute bestimmen wir über den Betrag von 17,6 Millionen Franken, einen Betrag, in dem auch Sponsoringeinnahmen enthalten sind. Es werden insbesondere Sponsoren gesucht, die nahe am thematischen Schwerpunkt der Schweiz liegen werden.
Ein wichtiger Grund für die Schweizer Teilnahme ist unsere aussenpolitische Strategie. In dieser wurde Japan vom Bundesrat als Schwerpunktland definiert. In wirtschaftlicher Hinsicht ist das Land für die Schweiz von grossem Wert. Das Handelsvolumen von knapp 7 Milliarden Franken beträgt etwa 3 Prozent des gesamten Exportvolumens; Japan ist damit der achtgrösste Exportmarkt für die Schweiz. Auch im Bereich Forschung und Innovation ist Japan für die Schweiz ein wichtiges Partnerland. Es ist vielleicht sogar umso wichtiger, solange wir die Probleme im Bildungs- und Forschungsbereich mit der EU nicht gelöst haben. Zudem haben wir in Japan ein Imagedefizit. Die japanische Wirtschaft kennt unsere Produkte zwar gut, leider sind aber sowohl unser Potenzial im Bereich Forschung als auch unsere Innovationskraft in der japanischen Wirtschaft zu wenig bekannt. So soll die Weltausstellung unsere Stärken in diesem Bereich besser bekannt machen.
Das war eine kurze Zusammenfassung. Nun komme ich zur Kommissionsdebatte: Eine kritische Stimme sprach die Umstände an, in denen wir uns zurzeit mit dem Krieg in Europa, der Inflation und der finanziell schwierigen Situation befinden. Darum stellte sie die Weltausstellung infrage. Weiter hiess es, das Ziel müsse auch eine gewisse Nachhaltigkeit für unsere Wirtschaft sein, insbesondere für die Schweizer KMU. Dem seien in der Vergangenheit die Schweizer Auftritte an Weltausstellungen nicht immer gerecht geworden, wurde angemerkt. Die Bundesverwaltung antwortete, dass der Ausstellungsbereich in Osaka ein Rotationsprinzip vorsehe. So solle sichergestellt werden, dass nicht nur die grossen Konzerne, die sich einen grösseren Sponsoringbeitrag leisten können, ihre Plattform erhalten. Mit der Handelskammer sei die Bundesverwaltung ebenso in Kontakt.
Jemand merkte an, dass der Pavillon in Dubai sehr repräsentativ gewesen sei. So fand diese Person, dass das Bild, welches von der Schweiz abgegeben wurde, gut gelungen sei. Inhaltlich hätte die Schweiz allerdings mehr bieten können. Herr Nicolas Bideau, Chef von Präsenz Schweiz, der auch an der Sitzung anwesend war, erklärte, dass dies erkannt worden sei und dass in Osaka sicher besser darauf geachtet werden würde.
Die WBK-N stimmte mit 19 zu 1 Stimmen bei 4 Enthaltungen dem Entwurf des Bundesrates in der Gesamtabstimmung zu. Gerne bitten wir Sie, dasselbe zu tun, den Entwurf des Bundesrates zu unterstützen und die Schweizer Beteiligung in Osaka zu ermöglichen.