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Funiciello Tamara · Nationalrat · 2023-03-15

Funiciello Tamara · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2023-03-15

Wortprotokoll

Wie mein Kollege Hurni bereits ausgeführt hat, ist das Recht auf Ferien ein Recht, das man lange erkämpfen musste, und eines, das notwendig war. Doch seit der Einführung hat sich an der Anzahl Ferientage herzlich wenig geändert. Die Arbeitswelt verändert sich, und das schon länger. Ob Strukturwandel, Digitalisierung, steigende Komplexität der Arbeit - der Druck und die Belastung am Arbeitsplatz steigen. Dies schrieb meine Genossin Susanne Leutenegger Oberholzer vor 13 Jahren in ihrer parlamentarischen Initiative 10.455, "Mindestens fünf Wochen Ferien für alle".

13 Jahre später hat der Druck weiter zugenommen. 43 Prozent der Angestellten in der Schweiz fühlen sich nach den letzten Zahlen oft gestresst, was eine stetige Zunahme dieser Zahlen in den letzten Jahren bedeutet. Dies hat auch damit zu tun, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen oft auch in der Freizeit an die Arbeit denken. Die Vermischung von Arbeit und Freizeit steigt durch die technischen Möglichkeiten und die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit. Dies alles erhöht das Burnout-Risiko massiv. Eine zusätzliche Woche Ferien ist nicht ein Allerheilmittel, aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, nämlich in die Richtung einer Arbeitszeitverkürzung, die eben genau zur Senkung dieses Stresses führen würde.

Bevor Sie nun alle Nein zu dieser parlamentarischen Initiative sagen und fragen, wer das bezahlen soll, erinnere ich Sie gerne daran, dass eine konservative Schätzung die Kosten von Burnouts in der Schweiz auf jährlich 6 Milliarden Franken beziffert. Bevor Sie Nein drücken, lade auch ich wie Kollege Hurni Sie ein, sich zu fragen, wie viele Ferien Sie im letzten Jahr eigentlich bezogen haben. Denn es geht hier nicht in erster Linie um die, die eh schon sechs Wochen Ferien haben oder selber entscheiden können, sondern um die Menschen, die sich das nicht leisten können. Es geht um die Menschen, die jetzt erst vier Wochen Ferien haben und eben zum prekarisierten Teil der Bevölkerung gehören.