Estermann Yvette · Nationalrat · 2023-05-31
Estermann Yvette · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2023-05-31
Wortprotokoll
Junge verheimlichen politische Meinungen aus Angst - in diesem Sinne titelte "20 Minuten" von gestern. Ja, die Jungen haben Angst, ihre Meinung auf Social Media klar zu formulieren. Warum ist das so? Der Schweizer Polit-Geograf Michael Hermann sagt dazu, dass jeder noch so kleine Fehltritt gnadenlos geahndet werde. Da fragt man sich, warum das so ist.
In der Pandemiezeit haben wir gelernt, dass jeder, der nicht nach der Musik von Bundesrat, BAG und den Medien tanzt, mindestens belächelt, schlussendlich vielleicht ausgegrenzt wird, sicher aber Konsequenzen tragen muss. Ja, man kann sagen, dass es eine freie Entscheidung war, sich nicht impfen zu lassen und das alles dafür auf sich zu nehmen. Das ist aber fast der Anfang des Endes: Wenn sich junge Leute in diesem Land nicht mehr trauen, ihre eigene Meinung zu sagen, weil sie befürchten, dass sie auch belächelt und blossgestellt werden, dann haben wir als Politikerinnen und Politiker wirklich etwas falsch gemacht.
Wenn wir den Berichten aus den USA Glauben schenken, wonach der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entschieden habe, dass es sich bei den mRNA-Impfstoffen nicht um eine Impfung, sondern um eine Gentherapie handle, dann ist auch alles, was wir gemacht haben und was wir den Menschen in unserem Land gesagt haben, nicht ganz wahrheitsgetreu gewesen.
Es erreichen uns sehr viele E-Mails aus der Bevölkerung, von Personen, die sich aufgrund des nächsten Vorhabens der WHO Sorgen machen. Der geplante Vertrag verpflichtet alle Länder, die ihm beitreten und ihn gutheissen, dazu, sich künftig von der WHO unter Umständen vorschreiben zu[NB]lassen,[NB]wer[NB]sich[NB]impfen lassen muss. Das wäre also ein Impfzwang. Die WHO könnte auch präventiv Lockdowns verhängen.
Wenn Sie damit einverstanden sind - okay. Ich bin es nicht! Ich bin sehr froh, da muss ich ein Kränzchen winden, dass die SVP die einzige Partei ist, die in diesem Rat gesunden Menschenverstand besitzt. Die Impfpflicht und die WHO - lassen wir uns überraschen. Ich hoffe nur, dass ich nicht recht haben werde und man im Nachhinein nicht sagen wird: Die Estermann hatte recht, aber es ist zu spät.
Ich versuche, Sie zu überzeugen, die Initiative anzunehmen, weil sie nötig ist. Jeder, der etwas anderes behauptet, sieht nicht um sich herum, konsultiert keine Zeitungen oder andere Medien und kapselt sich offenbar auf Social Media ein. Fahren Sie doch Ihre Antennen aus, und strecken Sie Ihre Fühler aus. Die Welt wird nicht mehr so sein, wie sie früher war. Es kommen immer mehr Einschränkungen auf uns zu, die die persönliche Freiheit betreffen.
Was ich auch noch sagen möchte: Einige meiner Kollegen, die Mediziner sind, wollten damals in der Pandemiezeit nicht impfen, was sie böse zu spüren bekamen. Es kann nicht sein, dass auch Ärzte ihre freie Meinung zu solchen Sachen nicht äussern dürfen.
Ja, es darf nicht sein, dass man in unserem Land gegen seinen Willen geimpft wird, und es wäre schön, wenn es auf der ganzen Welt so wäre. Wer sich nicht impfen lässt, soll keine Nachteile - im Beruf oder in der Gesellschaft - auf sich nehmen müssen. Es ist auch gefährlich, einfach nur eine Meinung als die einzig richtige zu betrachten. Wir Menschen sollen ja auch andere Meinungen zulassen. Wenn wir das nicht tun, werden wir einiges ärmer auf dieser Welt. Es sind immer die neuen Meinungen und manchmal auch die Protestmeinungen, die schlussendlich etwas bewegen. Erbsenzähler bewegen nichts, es sind immer die Fantasten - das hat, glaube ich, schon Erich von Däniken gesagt.
Wir beraten hier die Initiative, und ich hoffe, dass Sie ihr zustimmen. Ich spreche den jungen Menschen Mut zu: Seien Sie auch ein Sonderfall. Haben Sie Mut, sich auch anders zu verhalten, weil uns das als Menschheit weiterbringt. Ich komme gleich zum Schluss. (Zwischenruf des Präsidenten: Frau Estermann, Sie müssen jetzt abschliessen!) Ja, ich habe oft zu kurz gesprochen, jetzt komme ich zum letzten Satz, Herr [PAGE 979] Präsident. (Zwischenruf des Präsidenten: Aber es ist der letzte!)
Haben Sie Mut, anders zu sein, ein Sonderfall ist nichts Schlimmes. Die Schweiz ist auch ein Sonderfall, und sie fährt gut damit.