Engler Stefan · Ständerat · 2023-06-15
Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2023-06-15
Wortprotokoll
Herr Bundespräsident, Sie können entspannt sein, ich verspreche Ihnen, Sie nicht ein zweites Mal zu ärgern. Für Verwirrung und Unverständnis sorgte allerdings eine Publikation des Bundesamtes für Statistik, welche aufgrund der Erhebungsmethode von der Gebietszuweisung, wie sie nach bündnerischem Sprachengesetz erfolgt, abwich. Dies führte dazu, dass über Nacht rätoromanische Sprachgebiete, die beiden Gemeinden Surses und Muntogna da Schons, der deutschen Schweiz zugerechnet wurden.
Die Förderung und Pflege der Dreisprachigkeit ist ein Wesensmerkmal unseres Kantons. Entsprechend legen wir Wert auf eine korrekte und sensible Kommunikation. Deshalb ist eine Darstellung der statistischen Sprachgebiete, welche sich auf die Mehrheitsverhältnisse in den Gemeinden stützt, irritierend und führt in weiten Kreisen zu komplett falschen Interpretationen. Das kann nicht die Absicht des Bundesamtes für Statistik sein. Da keine rechtlich verbindliche Definition auf Bundesebene existiert und die verschiedenen kantonalen Sprachengesetze sich nicht in Einklang bringen lassen, stützt sich das Bundesamt für Statistik bei der Festlegung der statistischen Sprachgebiete seit 1860 auf die Mehrheitsverhältnisse in den Gemeinden ab; es wird sich auch weiterhin auf dieses Konzept abstützen wollen.
Nun stellt sich diese Frage nicht nur im dreisprachigen Kanton Graubünden; die gleiche Frage stellt sich überall dort, wo zwei Sprachen gesprochen werden. Es gibt eine vergleichbare Situation im deutsch-französischen Sprachgebiet, beispielsweise in Biel/Bienne, Evilard/Leubringen und Macolin/Magglingen. Sie sind genau mit der gleichen Situation konfrontiert und haben ebenfalls interveniert.
Kurz noch zur Beantwortung der von mir in der Interpellation gestellten Fragen: Ich danke dem Bundesrat und auch den Verantwortlichen des Bundesamtes für Statistik dafür, dass sie bereit sind, ihre Praxis in Zukunft anzupassen, in der Frage der Sprachgebietszuteilung auch die kantonalen Besonderheiten zu berücksichtigen und entsprechend das Kartenmaterial zu ergänzen. In der tabellarischen Darstellung wünschen wir uns, dass die gemäss Sprachengesetz festgestellte Sprachzugehörigkeit die Hauptaussage darstellt und die Mehrheitsverhältnisse als Zusatz vermerkt sind. Alles in allem bin ich dankbar, dass das Bundesamt für Statistik hier auch reagiert hat.
(discurra surmiran) Per las stentas da vulair contribuir a la promoziun da lingua cun ina infurmaziun resguardond il princip territorial sco attribut d'identificaziun engraziel jau er en num da l'entira Rumantschia.