Rösti Albert · Bundesrat · 2023-09-18
Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2023-09-18
Wortprotokoll
Ich nehme gerne noch dazu Stellung. Es ist tatsächlich so, dass die Zahl der Wölfe im Jahr 2019 bei unter 100 lag, im Jahr 2020 bei etwas über 100, im Jahr 2021 bei knapp 150, im Jahr 2022 bei 240 und jetzt bei über 300. Wir sehen also eine exponentielle Steigerung. In diesem Zusammenhang sage ich Ihnen schnell, was die Haltung des Bundesrates ist. Sie geht allerdings erst in eine Kurzkonsultation und muss noch beschlossen werden. Das hat ja vereinzelt grössere Diskussionen ausgelöst.
Das neue Jagdgesetz sieht vor, dass der Bund mit den Kantonen präventiv regulierend eingreifen kann, aber - und es ist mir ganz wichtig, das zu sagen - nur dort, wo ein Wolfsrudel eine Gefahr darstellt. Es müssen zuerst verschiedene Kriterien dahin gehend erfüllt sein, dass der Wolf für Mensch oder Tier eine Gefahr darstellt, und dann kann präventiv eingegriffen werden. Diese präventiven Eingriffe möchten wir nach einer verkürzten Konsultation provisorisch für zwei Jahre in Kraft setzen. Dann gibt es eine untere Schwelle, unterhalb derer nicht mehr präventiv eingegriffen werden darf. Diese Schwelle liegt bei zwölf Rudeln, also über dem Bestand im Jahr 2021. Sie liegt über diesem Bestand; das ist keine wahnsinnig tiefe Zahl.
Deshalb ist die Haltung des Bundesrates klar: Wir wollen Mensch und Tier schützen, und wir wollen gleichzeitig die Art erhalten. Die Art wird mit dem Minimalbestand erhalten. Mensch und Tier werden geschützt, indem gefährdende Rudel ganz weggenommen werden, wenn sie die Kriterien erfüllen - nur dann.